Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.04.2017


Osttirol

Grundwasserpegel im Lienzer Talboden auf Rekordtief

Der Grundwasserstand war Ende März so niedrig wie seit Beginn der Messungen nicht. Einige Brunnen sind sogar ausgetrocknet.



Von Claudia Funder

Lienz – Der Lienzer Talboden ist im Untergrund gefüllt mit Schotter aus der Eiszeit und Flussablagerungen. Und: Nach geophysikalischen Messungen weiß man, dass der Talboden 600 Meter tief mit Grundwasser gefüllt ist. „Man kann es – bedingt durch die Einengung des Kärntner Tores – als einen Grundwassersee bezeichnen, da es nur ein geringes Fließgefälle gibt“, erklärt Harald Haider, Leiter des Baubezirksamtes Lienz. Das Grundwasser ist für alle Gemeinden des Talbodens von großer Bedeutung, jede Kommune verfügt über einen Tiefwasserbrunnen zur Wasserversorgung.

Wöchentlich führt das Baubezirksamt Lienz Messungen durch, wirft ein prüfendes Auge auf den Wasserstand.

Kürzlich war man mit Außergewöhnlichem konfrontiert. „Heuer hat der Grundwasserstand im Lienzer Talboden einen historischen Tiefstand erreicht“, erzählt Harald Haider auf Nachfrage der TT. „Ende März haben wir den niedrigsten Wert gemessen, den wir bisher verzeichnet haben.“ Die Erfassung der Daten startete vor 30 Jahren.

Der Abstand des Grundwassers zur Oberfläche nimmt aus landschaftlichen Gründen gegen Osten hin ab. So befindet es sich derzeit in Nikolsdorf nur zwei Meter unter dem Boden, während man in Lienz aktuell nicht weniger als 23 Meter in die Tiefe muss, um auf Grundwasser zu stoßen. In Lienz, genau gesagt beim Pegel im Bereich des Sportplatzes, wurde auch besagter Tiefstand erhoben. „Hier liegt der Grundwasserstand drei Meter unter dem Jahresmittelwert und acht Meter tiefer als der höchste Wert“, weiß Haider.

Die Ursache für das Rekordtief liegt auf der Hand. Die Trockenheit hatte den Bezirk im Winter fest im Griff. „Seit Oktober gab es kaum Niederschläge, deshalb ist die Neubildung des Grundwassers sehr viel schwächer ausgefallen als sonst“, erklärt Haider.

Der markant gesunkene Grundwasserstand ist für die darauf ausgelegten Tiefbrunnen der Gemeinden kein Problem, wohl aber für manche Private oder Gewerbetreibende. „Einige Brunnen sind trockengefallen“, weiß Haider.

Nun wartet man auf Nachschub von oben. Damit sich die Situation ändert, seien, ergänzt Haider, dringend Niederschläge erforderlich, die länger andauern und das Wasser langsam einsickern lassen.


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

(Symbolfoto)Umweltschutz
Umweltschutz

Wissenschaft warnt: Klimawandel kann außer Kontrolle geraten

Um den Supergau zu verhindern, fordert die Umweltschutzorganisation Global 2000 ein rasches und konsequentes Handeln der Politik.Das Fenster sei nur noch seh ...

Die auf dem Bild gezeigte partielle Mondfinsternis von 2008 ist der morgigen sehr ähnlich. Naturschauspiel
Naturschauspiel

Mondfinsternis: Gutes Wetter sorgt in Tirol für beste Sicht

In der Nacht auf Mittwoch findet eine partielle Mondfinsternis statt. Gutes Wetter sorgt in Tirol für eine größtenteils klare Sicht auf das Spektakel am Himm ...

Die Taucher teilten die "wunderschöne Erfahrung" mit der Qualle im Netz.Großbritannien
Großbritannien

Taucher entdeckten Qualle so groß wie ein Mensch

Das riesige Tier wurde vor der englischen Küste entdeckt. Für Menschen ist die Art Rhizostoma pulmo normalerweise ungefährlich.

In Indonesien hat in den letzten Tagen mehrfach heftig die Erde gebebt.Indonesien
Indonesien

Erdbeben der Stärke 5,7 erschütterte indonesische Insel Bali

Über Schäden oder Verletzte lagen keine Informationen vor. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben.

Nachdem der Taucher alle Angelhaken entfernt hatte, verschwand der Rochen den Filmaufnahmen zufolge wieder in den Weiten des Meeres vor Westaustralien.Australien
Australien

Von Angelhaken verletzt: Manta-Rochen bat Taucher um Hilfe

Ein riesiger Manta-Rochen näherte sich einer Gruppe von Tauchern. „Sie hat sich nicht bewegt. Ich bin sicher, dass der Manta wusste, dass Jake die Haken entf ...

Weitere Artikel aus der Kategorie »