Letztes Update am Mo, 31.07.2017 16:17

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Natur

Afrikanische Schweinepest: Tschechische Region ruft Krisenlage aus

Ein Elektrischer Zaun soll infizierte Wildschweine im Ansteckungsgebiet halten. In Österreich wurden bereits Präventionsmaßnahmen getroffen.

Symbolbild.

© APA/dpa/Lino MirgelerSymbolbild.



Zlin – Im Kampf gegen die hochansteckende Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen hat Tschechien in der östlichen Verwaltungsregion Zlin die Krisenlage ausgerufen. Um das Ansteckungsgebiet werde ein 45 Kilometer langer elektrischer Zaun errichtet, teilten die Behörden am Montag mit.

„Es ist entscheidend, die infizierten Wildschweine in dem Gebiet zu halten und keine anderen hineinzulassen“, sagte Regionspräsident Jiri Cunek der Agentur CTK. Die Kosten soll der Staat übernehmen. In dem Gebiet um die Industriestadt Zlin haben Veterinärmediziner das Virus bereits bei 72 von 115 untersuchten verendeten Wildschweinen nachgewiesen.

Für den Menschen ist der Erreger ungefährlich. Ein Übergreifen auf Hausschweine in Zuchtbetrieben könnte aber immensen wirtschaftlichen Schaden verursachen. Es gibt keine schützende Impfung. Im vergangenen Jahr wurden in Tschechien nach Angaben der Statistikbehörde CSU mehr als 220.000 Tonnen Schweinefleisch produziert.

Vorkehrungen in Österreich getroffen

Das österreichische Gesundheitsministerium hat bereits Ende Juni umfangreiche Vorsorgemaßnahmen aufgrund der Schweinepest dekretiert. So sind alle tot aufgefunden Wildschweine zu untersuchen. Es sollte nur eine schonende Bejagung geben. Der Kontakt von Wild- zu Hausschweinen ist zu unterbinden, Materialien aus der Jagd sind zu entsorgen. Freilandhaltung und Auslaufhaltung von Hausschweinen unterliegen besonderen Auflagen.

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Das gilt derzeit für sechs niederösterreichische Bezirke nördlich der Donau (Hollabrunn, Tulln, Korneuburg, Mistelbach, Bruck/Leitha und Gänserndorf) sowie für Wien. Laut Gesundheitsministerium dürfe die Auslaufhaltung von Schweinen nur am Tag erfolgen. Am Abend müssten die Tiere in den Stall getrieben werden. Reine Freilandhaltung sei nur bei doppelter Abzäunung möglich.

Im Falle, dass in Österreich die Afrikanischen Schweinepest bei einem Wildschwein bestätigt würde, würde man ein „Restriktionsgebiet“ festlegen, in dem bei der Jagd besonders vorsichtig vorgegangen werden müsste. In Betrieben mit Hausschweinhaltung würden dann ebenfalls zusätzliche Überwachungsmaßnahmen getroffen. Sollten Hausschweine betroffen sein, dürfen keine Tiere mehr aus der Region verbracht werden. Es würde Desinfektions- und Hygienemaßnahmen geben.

Im nördlichen Niederösterreich gibt es derzeit um die 50 Betriebe mit Auslaufhaltung von Hausschweinen. Zehn bis 20 Betriebe züchten Hausschweine in klassischer Freilandhaltung. (APA/ dpa)