Letztes Update am Mo, 06.11.2017 16:51

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Stubaital

Video beweist: Wolf im Stubaital unterwegs

Nur einige Sekunden lang ist das Tier auf den Aufnahmen zu sehen – lange genug für die Experten, um es eindeutig als Wolf zu identifizieren. Eine Gefahr gehe von dem Tier aber nicht aus.

© Land TirolDer Wolf lief in der Nacht von 29. auf 30. Oktober vor eine Wildkamera in Telfes.



Telfes – Ein Wolf streunt durchs Stubaital: Bereits Ende Oktober lief das Tier in Telfes im Stubaital im Bereich der Telfer Wiesen vor eine Wildkamera. Mehrere Experten hätten den Streuner auf dem Video eindeutig als Wolf identifiziert, berichtet Martin Janovsky, Beauftragter des Landes für große Beutegreifer. Genauere Informationen zu dem Tier ließen sich allerdings nur über Losungen (Kot) oder Spuren an Kadavern gewinnen, was bisher nicht vorliege.

Keine Weidetiere gerissen

Meldungen über Beute-Schäden gebe es derzeit keine: „Aktuell liegen uns keine Hinweise oder Meldungen vor, dass der Wolf Nutztiere gerissen hat“, teilt Janovsky mit. Große Gefahr für Weidetiere bestehe zur Zeit ohnehin nicht – diese befänden sich wie jedes Jahr im Spätherbst bereits in den Ställen. Schafe und Ziegen, die in der Region aktuell noch auf den Wiesen sind, sollten über Nacht jedoch in die Ställe gebracht und besonders kontrolliert werden, so die Empfehlung.

Erst im April 2017 wurde in Fulpmes ein Wolf gesichtet. Kadaver von Nutztieren, die seither untersucht wurden, lieferten allerdings keine Hinweise dafür, dass ein Wolf am Werk gewesen sei. Das Ergebnis hätte immer auf Füchse gedeutet, schildert Janovsky im Gespräch mit der TT: „Wölfe ernähren sich prinzipiell von wildlebenden Tieren, Schafe sind eher die Ausnahme.“

„Menschliche Sicherheit ist nicht bedroht“

Dass es zu einer Begegnung zwischen Mensch und Wolf komme, sei laut dem Tiroler Experten unwahrscheinlich. Janovsky: „Die menschliche Sicherheit ist nicht bedroht.“ Wölfe sind von Natur aus vorsichtig und weichen dem Menschen aus. Das Tier anzufüttern sei allerdings nicht ratsam.

Ob der Wolf im Stubaital bleiben wird, könne man nicht voraussagen. Das Revier eines Wolfs hänge stark vom Beute-Angebot ab. In der Regel sind es aber an die hunderte Quadratkilometer. (jazz)

Der Wolf ist da: nur keine Panik!

Es ist äußerst selten, einem Wolf in der freien Wildbahn zu begegnen. Wölfe meiden in der Regel den Kontakt mit Menschen, jedoch nutzen sie durchaus die vom Menschen gestaltete Kulturlandschaft.

Wenn Sie einem Wolf begegnen:

Haben Sie Respekt vor dem Tier.

Laufen Sie nicht weg. Wenn Sie mehr Abstand möchten, ziehen Sie sich langsam zurück.

Falls Sie einen Hund dabei haben, sollten Sie diesen in jedem Fall anleinen und nahe bei sich behalten.

Wenn Ihnen der Wolf zu nahe erscheint, machen Sie auf sich aufmerksam. Sprechen Sie laut, gestikulieren Sie oder machen Sie sich anderweitig deutlich bemerkbar. Der Wolf wird sich daraufhin in der Regel entfernen.

Laufen Sie nicht hinterher – Wölfe sind keine Kuscheltiere.

Füttern Sie niemals Wölfe – die Tiere lernen sonst sehr schnell, Menschen mit Futter zu verbinden und suchen eventuell aktiv die Nähe des Menschen auf.