Letztes Update am Di, 13.03.2018 16:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Landeck

Nach Felssturz: Serfauser Straße rund eineinhalb Monate gesperrt

Nach dem Felssturz auf die Serfauser Straße wird intensiv an der Instandsetzung der Ladiser Straße als Ersatzzufahrt gearbeitet. Diese soll bis zum Freitag stehen. Für anreisende Gäste wurden Parkplätze und ein Shuttle-Service eingerichtet.

© WenzelDie Straße nach Serfaus, Fiss und Ladis war gesperrt.



Serfaus, Fiss, Ladis — Der Bezirk Landeck ist zum Sperrbezirk geworden, die Serie der Felsabbrüche und Hangrutsche reißt nicht ab: Nach einem Steinschlag Montagfrüh auf die Serfauser Landesstraße L 19, unweit der Abzweigung zur gesperrten Ladiser Straße, musste eine weitere Sperre verhängt werden. Weshalb sich die Ferienregion Serfaus-Fiss-Ladis mit derzeit 12.000 Urlaubern auf eine mehrtägige Notsituation einstellen musste. Derzeit wird intensiv an der Instandsetzung der Ladiser Straße als Ersatzzufahrt gearbeitet. Wie das Land Tirol am Dienstag in einer Aussendung mitteilte, soll diese bis Freitag fertig sein und auch geöffnet werden.

Dazu ist allerdings an einer nach wie vor felssturzgefährdeten Stelle nach der ersten Kehre der Bau einer Ersatzstraße über die sogenannten Rieder Felder notwendig, hieß es. Hier werde derzeit ein rund 400 Meter langes Wegteilstück mit Schotter aufgefüllt und auf sechs Meter verbreitet. Die Ladiser Straße (L286) ist seit dem 24. Jänner - ebenfalls nach einem Felssturz - gesperrt.

Für anreisende Gäste der Gemeinden Serfaus, Fiss und Ladis wurden Parkplätze im Raum von Prutz und ein Shuttlebus-Service eingerichtet. In der Nacht bleibt der kurzfristig eingerichtete Notweg gesperrt.

„Abreisende Gäste können über den derzeitigen Notweg untertags ausfahren und brauchen kein Allradfahrzeug. Bergauf steht der Notweg für Einsatz- und Versorgungsfahrzeuge und besonders dringliche Fahrten, wie zum Beispiel von Pendlerinnen und Pendlern, zur Verfügung und kann nur mit einem Allradfahrzeug bewältigt werden", betont BH Maaß. „In der Nacht zwischen 19 Uhr abends und 6 Uhr Früh bleibt der Notweg zur Sanierung gesperrt."

An der Serfauser Straße konnte bereits mit den Sanierungsarbeiten des Felssturz-Anbruchgebiets begonnen werden. Die Dauer der Sanierung ist von der Tiefe der Risse im Felsgestein abhängig, die genau analysiert werden müssen. „Es ist aber wohl mit einer Straßensperre von mindestens eineinhalb Monaten zu rechnen", teilte Bezirkshauptmann Markus Maaß in einer Aussendung am Dienstagnachmittag mit.

Klüfte oberhalb der Serfauser Landesstraße

Wie Landesgeologe Werner Thöny am Montag nach einem ersten Lokalaugenschein berichtete, haben sich oberhalb der Serfauser Straße bis zu eineinhalb Meter breite und mehrere Meter tiefe Klüfte gebildet: "Der Hang ist in Bewegung geraten." Sichtbarer Beweis seien zahlreiche Bäume, die in waagrechte Position kippten. In einer Besprechung mit den Bürgermeistern, Baubezirksamt, BH-Verkehrsreferat und Geotechnikern wurde rasch entschieden, dass die Straße längerfristig gesperrt bleiben muss. „Bis zu 5000 Kubikmeter Gestein könnten abrutschen. Vor diesem Szenario auf eine Sperre zu verzichten, wäre nicht verantwortbar", so Thöny. Die Sanierung und Stabilisierung des Rutschhanges bzw. die Umsetzung eines Sicherheitspaketes werde längere Zeit in Anspruch nehmen.

Fieberhaft berieten die Entscheidungsträger bereits am Montag über Notlösungen. Bis zum Wochenende soll die seit Ende Jänner gesperrte Ladiser Landesstraße geöffnet werden. Womit der An- und Abreiseverkehr durch Ladis und weiter über die Fisser Höfe rollt. „Es ist eine Notsituation, für die wir nur um Verständnis bitten können", hoben die Plateau-Bürgermeister Paul Greiter (Serfaus), Markus Pale (Fiss) und Florian Klotz (Ladis) hervor. Auch ihr Prutzer Kollege Heinz Kofler braucht in den nächsten Tagen das Verständnis der Bewohner im Ortsteil Entbruck. Von dort führt nämlich der einzige „halbwegs befahrbare" Notweg nach Ladis. Es ist die teils einspurige und nur teilweise asphaltierte Astergasse, welche die Feuerwehr gestern geräumt hat.

Nach einem Steinschlag oberhalb der L 19 Serfauser Straße bei Kilometer 0,8 musste dieser Verkehrsweg gesperrt werden.
- Wenzel

„Feuerwehr und Exekutive haben eine Blockabfertigung eingerichtet", schilderte BH-Verkehrsreferent Siegmund Geiger. Der für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zugelassene Weg ist laut BH-Verkehrsreferent nur für Notfälle benutzbar, für Berufspendler, Rettungs- und Einsatzfahrzeuge sowie Lebensmitteltransporte. Lkw müssen ihre Ware auf Kleintransporter umladen.

Betroffen sind auch Skiurlauber mit Quartier im Inntal. Sie können ihre Serfaus-Fiss-Ladis-Tickets in Ski-6-Karten (Fendels, Kaunertal und Nauders) umtauschen, so TVB-Chef Armin Falkner. (hwe, APA, TT.com)




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