Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.05.2018


Innsbruck

„Schöner wohnen“ für die Baummarder im Alpenzoo

Eine neue Anlage ermöglicht den Zoobesuchern seit gestern hautnahen Einblick in die Lebenswelt der scheuen Sprung- und Kletterkünstler.

Alpenzoodirektor André Stadler (2. v. l.) eröffnete die Baummarderanlage mit Vorgänger Michael Martys (l.), Alpenzoo-Präsident Herwig van Staa und Patricia Niederwieser-Holzbaur, Obfrau des Fördervereins.

© DomanigAlpenzoodirektor André Stadler (2. v. l.) eröffnete die Baummarderanlage mit Vorgänger Michael Martys (l.), Alpenzoo-Präsident Herwig van Staa und Patricia Niederwieser-Holzbaur, Obfrau des Fördervereins.



Von Michael Domanig

Innsbruck – „Ich freue mich wie ein Schulkind“, bekannte Alpenzoodirektor André Stadler, seit 1. Jänner im Amt, gestern bei der feierlichen Eröffnung der neuen, geräumigen Baummarderanlage. Der Baubeginn war im November 2017 noch unter seinem Vorgänger Michael Martys erfolgt, mit dem Stadler das Projekt „Schöner wohnen für die Baummarder“ – wie er es humorvoll nennt – gemeinsam abschloss.

Bei der Planung der Anlage habe man besonders auf die „dritte Dimension“ geachtet, also auf viel Platz nach oben zum Klettern, Springen und Verstecken. Das Gehege soll­e „reich an Erfahrungen“ für die Marder sein, meinte Stadler. Zugleich habe man im Vergleich zur alten Anlage das Besuchererlebnis verbessert. Nur durch Glasscheiben getrennt, sieht man die scheuen Tiere nun herumflitzen und kann ihre meterweiten Sprüng­e hautnah beobachten.

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- Domanig

Die Finanzierung – immerhin 150.000 Euro – übernahm der Förderverein „Freunde des Alpenzoos“. Obfrau Patricia Niederwieser-Holzbaur dankte den über 7000 Mitgliedern, die Neuerungen wie diese erst möglich machen würden, nicht nur über ihre Beiträge, sondern auch über Spenden.

Die beiden Baummarder sind erfolgreich übersiedelt, das Weibchen „wohnt“ im West-, das Männchen im Osttrakt. In den nächsten Tagen und Wochen werde man sie langsam zusammenführen, so Stadler. Zunächst können sich die beiden über ein „Schmusegitter“ kennen lernen, dann soll der Verbindungsgang geöffnet werden. „Wie in einer modernen Ehe üblich, schauen wir mal, ob sie gut zusammenpassen“, meinte Niederwieser-Holzbaur. Das Alpenzoo-Team hofft auf eine harmonische Beziehung – und auf Nachwuchs. Sollte sich dieser einstellen, würde er an andere Zoos weitergegeben.

Und Stadler kündigte schon die nächsten Pläne an: Nah­e dem Zooeingang soll eine Zwergmausanlage entstehen, nächstes Großprojekt ist dann die neue Geiervoliere. Beide Vorhaben sollen noch heuer angegangen, ebenso die neue Bienenwelt eröffnet werden.

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