Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 15.05.2018


Natur

Naturparkschulen erkunden „Verwandlungskünstler“

Die Woche der Artenvielfalt führt Schüler und Kindergartenkinder

in die Fließer Sonnenhänge, um Schmetterlinge zu entdecken.

© NPKDer Naturpark Kaunergrat ist Lebensraum für Pflanzen, die teils auf der roten Liste stehen.Foto: Naturpark Kaunergrat



Fließ – Raus aus dem Klassenzimmer, hinein in pulsierend­e Lebensräume der Naturparkregion Kaunergrat, heißt es in den kommenden Tagen für vier Naturparkschulen und einen Naturparkkindergarten. Der Umweltdachverband hat österreichweit die Woche der Biodiversität (17. bis 27. Mai) ausgerufen.

Das Team des Naturparkvereins Kaunergrat hat, wie in den vergangenen Jahren, abermals ein attraktives Programm für die Schuljugend und Kindergartenkinder vorbereitet. Der Aktionstag am 17. Mai steht unter dem Motto „Verwandlungskünstler“. Das Naturschutzgebiet der Fließer Sonnenhänge ist Lebensraum für mehr als 1000 Schmetterlingsarten – die TT berichtete.

Naturpark-Geschäftsführer Ernst Partl verrät: „Die Schüler der NMS Fließ nähern sich dem Thema von der kreativen Seite her. Sie versuchen, die Verwandlungskünstler in und rund um die Sonnenhänge mit ihren Kameras einzufangen. Die besten Aufnahmen werden am Abend prämiert.“

Mit dabei sind die Profi-Naturfotografen Reinhard Hölzl und Heidi Nothegger – sie begleiten die Schülergruppe. Abends ab 18.30 Uhr gestalten die beiden einen Lichtbildervortrag.

Mit dem Thema Wildbienen und Möglichkeiten, diese zu fördern, beschäftigt sich die Naturparkvolksschule Fließ. Bei diesem Projekt machen auch die Kinder der Volksschule Eichholz mit. Bis Ende des Schuljahres soll gemeinsam ein Bienenhotel errichtet werden.

Auch für die Kleinen aus dem Naturparkkindergarten Fließ und aus dem Haus Pfiffikus im Kaunertal gibt es Projekte. Es geht um die „Verwandlung des Wassers“ und um die Metamorphose des Schmetterlings. Gemeinsam mit dem Naturpark-Team werden Schmetterlinge gezüchtet und wieder in die Freiheit entlassen. Ein Abend ist den Nachtfaltern im Naturschutzgebiet Kauns-Kaunerberg-Faggen gewidmet. Zudem soll ein Schmetterlingsbuch gestaltet und ein Theaterstück aufgeführt werden.

Natur- und Umweltpädagogik haben Tradition rund um den Kaunergrat. Im Juni 2005 etwa trafen 85 Biologen zum Tag der Artenvielfalt ein. Konrad Pagitz vom Institut für Botanik an der Universität Innsbruck konnte in kürzester Zeit 200 Pflanzenarten identifizieren, darunter Schwefel­anemonen, breitblättriges Knabenkraut und Wollgras.

„Die genetischen Ressourcen sind in vollem Umfang vorhanden“, resümierten die Wissenschafter. „Es gibt hier auch Pflanzen, die in Tirol auf der roten Liste stehen.“ Zudem wurde die vom Aussterben bedrohte Mörtelbiene in Kaunerberg entdeckt. (hwe)


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