Letztes Update am Mi, 17.10.2018 15:17

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vorarlberg

Kleine Sandinsel: Mündung des Rheins in Bodensee in neuer Gestalt

Seit dem Sommer ist etwa 300 Meter nach dem Ende der Vorstreckungsdämme eine Sandinsel sichtbar geworden – ein Indiz für eine beginnende dynamische Bildung eines Mündungsdeltas.

Die Insel ist auch deshalb entstanden, weil es heuer kein Hochwasser gegeben hat.

© APA/MATHIAS SPECKLEDie Insel ist auch deshalb entstanden, weil es heuer kein Hochwasser gegeben hat.



Bregenz – Die Mündung des Rheins in den Bodensee nimmt neue Gestalt an. Seit dem Hochsommer ist etwa 300 Meter nach dem Ende der Vorstreckungsdämme eine Sandinsel sichtbar geworden. Handlungsbedarf im Sinne der Hochwassersicherheit bestehe aber nicht, versicherte am Mittwoch Österreichs Rheinbauleiter Matthias Speckle. Die Insel sei ein Indiz für eine beginnende dynamische Bildung eines Mündungsdeltas.

Der Rhein transportiert jährlich zwischen zwei und drei Millionen Kubikmeter an Feststoffen in den Bodensee. Die daraus resultierende Verlandung hat unter anderem dazu geführt, dass die Mündung des Rheins in den vergangenen Jahrzehnten durch eine Kanalisierung des Flusses innerhalb von Dämmen kilometerweit in den Bodensee hinausgeschoben wurde.

Niedriger Seewasserstand

Die Insel sei auch deshalb entstanden, weil es heuer kein Hochwasser gegeben habe, sagte Speckle. „Es handelt sich um natürliche Ablagerungen an einer Flussmündung in einen See, wie sie vielerorts in den Alpen im Zuge eines fortschreitenden Verlandungsprozesses vorkommen“, betonte der Rheinbauleiter. Sichtbar geworden sei die Insel aufgrund des ungewöhnlich niedrigen Seewasserstands. Der Bodenseepegel liegt in Bregenz aktuell bei 287 Zentimeter und damit um knapp 60 Zentimeter unter dem langjährigen Durchschnitt.

In Sachen Hochwassersicherheit wies Speckle darauf hin, dass auf der rechten Seite der Insel eine Tiefenrinne bestehe, die den erforderlichen Abfluss mehr als sicherstelle. Die Insel sei aber auch Beweis dafür, dass sich am Ende der Vorstreckungsdämme ein Mündungsdelta bilde. Auf Auftrag der Internationalen Rheinregulierung laufe mittlerweile bereits eine Studie über die mögliche künftige Entwicklung der Mündung des Rheins in den Bodensee, so Speckle. Die Veränderung des Rhein-Deltas wird bereits seit 1911 periodisch vermessen, für den Feststoffeintrag gibt es am Rhein zwei Messstellen, deren Daten die Grundlage für Computermodelle bilden. (APA)

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