Letztes Update am Fr, 26.10.2018 11:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Griechenland

Seebeben im Westen Griechenlands: Stärke 6,6 bis 6,9 gemessen

Das Zentrum des Bebens lag nach Messungen verschiedener Erdbebenwarten in der Region um die Insel Zakynthos und hatte eine Stärke zwischen 6,6 und 6,9.

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© Reuters(Symbolfoto)



Athen – Ein schweres Erdbeben hat am frühen Freitagmorgen den Westen Griechenlands erschüttert. Ein Hafen und ein mittelalterliches Kloster wurden beschädigt. Die US-Erdbebenwarte (USGS) gab die Stärke des Erdstoßes mit 6,8 an. Das Epizentrum habe sich etwa 124 Kilometer südwestlich von Patras im Ionischen Meer befunden. Ausläufer des Bebens waren in Italien, Libyen, Malta und Albanien zu spüren.

Drei Menschen wurden nach Angaben des Katastrophenschutzes in ein Krankenhaus gebracht, zwei von ihnen mit leichten Verletzungen. Abgesehen davon sei es nicht zu größeren Schäden gekommen. Auch der Betrieb am Hafen der Insel Zakynthos, die nahe des Epizentrums liegt, laufe trotz der Risse weiter. „Wir haben keine Probleme“, sagte der Bürgermeister der Insel, Pavlos Kolokotsas.

Stärkeres Nachbeben gemessen

Zunächst hatte das USGS die Stärke des Erdbebens mit 7,0 angegeben. Das Beben ereignete sich in einer Tiefe von nur 16,5 Kilometern. Unter Griechenland verlaufen zwei tektonische Platten, Erdbeben kommen deshalb häufig vor. Ein nach einer halben Stunde gemessenes Nachbeben hatte eine Stärke von 5,6 auf der Erdbeben-Skala.

„Es war ein sehr starkes Beben“, sagte Kolokotsas. „Schwere Schäden haben wir aber nicht. Auch Informationen über Verletzte liegen mir nicht vor.“ Verängstigte Menschen stürzten zu Tausenden auf die Straßen und suchten Zuflucht in Parks. Viele verbrachten die Nacht in ihren Autos. Die Schulen werden am Freitag geschlossen bleiben und sollen von Statikern kontrolliert werden.

Örtliche Medien berichteten, das Beben habe Teile des Hafens von Zakynthos beschädigt. Es wurden Fotos eines langen Risses entlang der Hafenpromenade gezeigt. Zudem soll ein Kloster auf der Kleininsel Strofadi Schaden genommen haben, wie das Staatsfernsehen ERT berichtete.

Beben im ionischen Meer

„Es war ein starkes Beben im Ionischen Meer“, sagte der Geologe Efthymios Lekkas im griechischen Rundfunk. Das Zentrum des Bebens lag demnach rund 44 Kilometer westlich von Zakynthos in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern unter dem Meeresboden. „Es gab mehrere Nachbeben“, fügte Lekkas hinzu.

Bewohner von Zakynthos berichteten, der Strom sei in weiten Teilen der Insel ausgefallen. „Wir sind mit unseren Kindern jetzt in den Autos. Die Menschen haben Angst. Ich sehe Schäden an den Wänden der Häuser hier“, sagte ein Augenzeuge dem griechischen Nachrichtensender 9 0,1.

Ein Vertreter der Feuerwehr in Athen sagte, bisher lägen keine Meldungen über Schäden oder Opfer vor. Die auch bei Urlaubern beliebte Insel Zakynthos liegt vor der Westküste Griechenlands im Ionischen Meer. Unter Griechenland verlaufen zwei tektonische Platten, Erdbeben kommen deshalb häufig vor. (APA/dpa/Reuters)