Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.11.2018


Innsbruck-Land

Volderer Gans im Glück

Eine Hausgans büxt erst aus und zeigt sich anschließend unfangbar. Jetzt erfreut sie sich, fast märchenhaft, ihrer Freiheit.

© Foto TT / Rudy De MoorTierischer Ausbrecher: Die weiße Gans genießt im Inn, direkt an der Mündung des Volderbachs, ihre gewonnene Freiheit.Foto: De Moor



Volders – An der Mündung des Volderbachs scheint die Welt noch in Ordnung: Der Inn rauscht vorbei, die Fahrzeuge auf der Autobahn, wenige Meter südlich, tun es ihm gleich. Dazwischen auf dem Weg: Rennradfahrer auf der Suche nach ihrer Bestzeit. Ein Schnattern durchbricht das monotone Rauschen. Direkt an der Mündung des Volderbaches hat es sich eine Gans bequem gemacht und badet vergnügt im Inn.

„Im Frühjahr haben wir sie zum ersten Mal beim Spaziergang mit unserem Hund entdeckt“, erzählt Peter Abart. Kurz darauf hat der Volderer Menschen mit Keschern gesehen, die versuchten, das Tier einzufangen. „Es ist eine weiße, dicke Hausgans, die bestimmt von irgendeinem Bauernhof ausgebrochen ist. Deshalb hat man auch versucht, sie wieder einzufangen“, mutmaßt er. Wo genau sie ausgebüxt sei, wisse er aber nicht. Von Markus Plattners örtlicher Animal Farm stammt sie jedenfalls nicht. „Ich beobachte das Tier auch schon länger. Einfangen ist aber schwierig, sie flüchtet dann kurz flussaufwärts“, sagt der Vogelzüchter.

Inzwischen hat jemand der Gans sogar einen Schlafplatz gebaut: Eine alte Holzkommode, mit Stroh ausgelegt, dient dem Tier als Rückzugsort. Geschickt scheint die freiheitsliebende Gans zu sein, denn bislang ist sie weder verhungert noch einem Fuchs zum Opfer gefallen. Als sich ihr der TT-Fotograf nähert, flattert sie flussaufwärts davon. Als Martini-Gans für Sonntag will sie nicht enden. (phi)