Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 07.12.2018


Tirol

Kammer-Resolution rückt Wolf auf den Pelz

Die Landwirtschaftskammer will, dass der Schutzstatus des Wolfes aufgeweicht wird.

© APA / AFPDie Landwirtschaftskammer will, dass der Schutzstatus des Wolfes aufgeweicht wird.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Die Sorge um den Vormarsch des Wolfes in Europa machte auch vor der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer nicht Halt. Einstimmig wurde vergangenen Montag eine Resolution beschlossen, wonach man die Bundesregierung eindringlich dazu aufruft, alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutzstatus des Wolfes herabzusetzen, um so künftig dessen gezielte Entnahme legal vornehmen zu können. Die Resolution wurde am Mittwoch der zuständigen Ministerin Elisabeth Köstinger (VP) übergeben.

„Die Bauern sind extrem verunsichert“, berichtet Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger. Man müsse jetzt handeln, auch wenn Wölfe bis dato nur vereinzelt gesichtet worden seien. Denn das Ziel, das die Kammer verfolge, sei ein klares, so Hechenberger: „Tirol muss möglichst wolfsfrei bleiben.“ Derzeit habe Tirol zwar noch kein Wolfsproblem, betrachte man aber die derzeitige Vermehrungsrate, könnte selbiges in bis zu drei Jahren durchaus gegeben sein. Weder sei der Herdenschutz aber mittels Einzäunungen im Hochgebirge möglich, noch habe sich der Einsatz von Hunden vollends bewährt. Letzterer würde unter Umständen auch die Freizeitnutzung durch Bergwanderer oder Mountainbiker einschränken, sagt Hechenberger. Die Aufrechterhaltung der Alm- und Weidewirtschaft, bei der auf den rund 2000 Tiroler Almen pro Jahr gut 110.000 Rinder und 75.000 Pferde, Schafe und Ziegen gealpt werden, sei auch aus Gründen des Schutzes vor Naturgewalten unbedingt aufrechtzuerhalten. Da der Wolf aber keine natürlichen Feinde habe, müsse man die Möglichkeit erhalten, den Beutegreifer gezielt zu „entnehmen“, also abzuschießen. „Eine unkontrollierte, weitergehende Ausbreitung des Wolfes würde ein sicheres Aus für die Almwirtschaft bedeuten“, so Hechenberger.