Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.01.2019


Steiermark

Für Wolf, Luchs und Bär: „Wildtierzentrum mit Leben erfüllen“

Die Agrarreferenten der Bundesländer haben gemeinsam mit Umweltministerin Elisabeth Köstinger beschlossen, im steirischen Raumberg-Gumpenstein ein „Österreichzentrum Wolf, Luchs, Bär“ zu installieren.

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Innsbruck – Die Agrarreferenten der Bundesländer haben gemeinsam mit Umweltministerin Elisabeth Köstinger beschlossen, im steirischen Raumberg-Gumpenstein ein „Österreichzentrum Wolf, Luchs, Bär“ zu installieren. Der WWF reagiert vorsichtig optimistisch. „Wir setzen uns seit Jahren für eine stärkere österreichweite Abstimmung des Wolfsma­na­ge­ments ein“, sagt WWF-­Wolfsexperte Christian Pich­ler. Das Österreichzentrum sei ein Schritt in die richtige Richtung.

Die endgültige Bewertung hänge von der naturschutzfachlich angemessenen Umsetzung mit klarem Fokus auf Herdenschutz ab, sagt Pichler: „Das Österreichzentrum muss mit Leben erfüllt und ausreichend finanziert werden.“

Basis für sämtliche Maßnahmen müsse der 2012 von Naturschutz, Landwirtschaft und Jägerschaft gemeinsam erarbeitete Managementplan sein. Für dessen Erfolg brauche es eine enge Abstimmung der Bundesländer und einheitliche Strukturen. „Besonders beim Herdenschutz geht es darum, Lösungen vorzulegen, die bundesweit funktionieren und ausreichend finanziert sind“, hofft Pichler.

„Richtig angewendeter Herdenschutz sorgt dafür, dass Wölfe Weidetiere meiden und Wildtiere erbeuten, weil sie einen Stromschlag bekommen oder sie ein Herdenschutzhund vertreibt“, sagt Pichler. Erfahrungen aus den Nachbarländern hätten aber gezeigt, dass erfolgversprechende Lösungen auch entsprechende Investitionen und gute Rahmenbedingungen erfordern. Die geplanten Finanzmittel würden dafür wohl nicht ausreichen, mutmaßt Pichler. (TT)