Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 23.01.2019


Bezirk Imst

Lösung mit Rückbau der Staumauer in Tarrenz kommt in Sicht

Die Überschwemmungen am Stausee in Tarrenz sollten in den kommenden Jahren Geschichte sein: Vorarbeiten für Projekt laufen.

Die Staumauer des Gaulwerkes sollte in den kommenden Jahren rückgebaut werden.

© PaschingerDie Staumauer des Gaulwerkes sollte in den kommenden Jahren rückgebaut werden.



Von Alexander Paschinger

Tarrenz, Imst – Seit Jahrzehnten bereitet der Stausee des Gaulwerks durch das Rückhalten des Geschiebes Probleme: Entlang des Tschirgant tritt die Gurgl deshalb immer wieder über die Ufer und überschwemmt die Zufahrt zur Knappenwelt und Happis Hütte. Immer wieder wurde der Ball zwischen den Stadtwerken Imst, Behörden und Gemeinde Tarrenz hin und her geschoben. Doch nun zeichnet sich wirklich eine Lösung ab: Die Planungen und Erhebungen laufen und im Juni sollte dann ein tragfähiges Projekt vorliegen.

Der Tarrenzer Bürgermeister Rudolf Köll hatte Anfang des Jahres beim Neujahrsempfang diese neue Entwicklung bereits angedeutet: Demnach sollte das Stauwerk in den kommenden drei Jahren sukzessive rückgebaut und dafür die Einlauf­stelle für die Druckleitung zur Brücke bei der Knappenwelt zurückverlegt werden. „Damit hätten die Stadtwerke die gleiche Fallhöhe zur Stromerzeugung“, so Köll zur TT. Aber es gebe noch eine zweite Möglichkeit, nämlich mit einer Fischtreppe der EU-Wasserrahmenrichtlinie gerecht zu werden. Außerdem müsse auch der Geschiebeeintrag vom Tschirgant her berücksichtigt werden.

Für Köll wäre der Staumauer-Rückbau jedenfalls eine geeignete Maßnahme. Die leuchtet auch dem Imster Bürgermeister Stefan Weirather ein: „Dann könnte die Gurgl nach und nach das Geschiebe selbst weiterverfrachten.“ Für Köll steht fest, dass somit das Biotop Stausee weiter erhalten bliebe.

Auf jeden Fall brauche es aber eine Übergangslösung, so der Tarrenzer Dorfchef: „Wenn es notwendig ist, müssen wir das Geschiebe im Bereich der Brücke ausbaggern können.“ Das und die Projekteinreichung im Juni sind seine Forderungen.

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Stadtwerke-Direktor Thomas Huber bestätigt die Vorarbeiten für die möglichen Projekte sowie das Streben nach der Übergangslösung. Seit einer großen Runde in der BH Imst sei man dran. Über das Frühjahr müssen weitere Erhebungen zu Pflanzen, Vogelwelt oder auch Biber sowie Messungen durchgeführt werden – „im Juni sollten wir damit fertig sein“, so Huber. „Wir wollen sanieren und es soll eine saubere, faire Lösung für alle werden.“

Um Überschwemmungen und deren Schäden vorzubeugen, könnte eine Übergangslösung mit kurzfristigen Ausbaggerungen Abhilfe schaffen.
Um Überschwemmungen und deren Schäden vorzubeugen, könnte eine Übergangslösung mit kurzfristigen Ausbaggerungen Abhilfe schaffen.
- Paschinger