Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 01.02.2019


Natur

Tirols südliche Nachbarn ziehen an einem Strang

Gemeinsames Großraubtiermanagement im Norden Italiens vereinbart. Grundsätze sind ein Bekenntnis zur biologischen Vielfalt und der Schutz der Bevölkerung.

Niemand stelle die biologische Vielfalt in den Bergen in Frage, betonen die Vertreter der norditalienischen Provinzen.

© stevegeerNiemand stelle die biologische Vielfalt in den Bergen in Frage, betonen die Vertreter der norditalienischen Provinzen.



Trient – Vertreter Südtirols und des Trentino sowie der Regionen Venetien, Lombardei, Friaul-Julisch Venetien, Ligurien und Aostatal diskutierten am Dienstag in Trient über geeignete Instrumente zur Bekämpfung großer Raubtiere, insbesondere Wölfe und Bären. Die Teilnehmer – Südtirol war durch LH Arno Kompatscher und Forst-, Landwirtschafts- und Tourismuslandesrat Arnold Schuler sowie den Direktor des Amtes für Jagd und Fischerei, Lui­gi Spagnolli, vertreten – erklärten sich dabei bereit, die Verantwortung für die notwendigen Maßnahmen selbst zu übernehmen.

In Übereinstimmung mit den europäischen Rechtsvorschriften und nach dem Vorbild anderer EU-Staaten, in denen Großraubtiere leben, ersuchen die Alpenregionen die Regierung in Rom und insbesondere das Umweltministerium, einen Managementplan zu genehmigen, der an die regionalen Gegebenheiten angepasst ist.

Die Regionsvertreter betonten, dass „niemand den Wert der biologischen Vielfalt unserer Berge und Alpengebiete in Frage stellt, so wie wir es nicht erlauben, gegen die von uns gemeinsam verabschiedeten europäischen Vorschriften zu verstoßen“. Angesichts der großen Anzahl von Wölfen und Bären gelte es jedoch gleichzeitig, die Sicherheit und den Schutz der Bevölkerung zu garantieren.

Letztlich gehe es auch darum, in Folge der wirtschaftlichen Schäden gemeinsame Aktionen zur Vorbeugung und Entnahme großer Beutegreifer ins Auge zu fassen. Mehrfach wurde betont, dass wiederholte Angriffe von Bären und Wölfen, auch in der Nähe bewohnter oder von Touristen besuchter Gebiete, die Bewirtschaftung von Almen und damit die Landschaft in der Alpenregion nachhaltig schädigen würden. (TT)