Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 11.03.2019


Bezirk Kitzbühel

Zu viel Rotwild sorgte für viele Schäden

Laut der Jägerschaft im Bezirk Kitzbühel muss der zu große Bestand in manchen Gebieten reduziert werden.

Bezirksjägermeister Martin Antretter (l.) und Landesjägermeister Anton Larcher äußerten auch kritische Worte zur Wildsituation.

© EberharterBezirksjägermeister Martin Antretter (l.) und Landesjägermeister Anton Larcher äußerten auch kritische Worte zur Wildsituation.



Kirchberg – Der strenge Winter sorgte für so manche Reiberei zwischen Jägerschaft und den Waldbesitzern. „Es sind vermehrt Wildschäden zu verzeichnen. Der zu große Bestand in manchen Gebieten muss reduziert werden“, sind sich der Kitzbüheler Bezirksjägermeister Martin Antretter und Landesjägermeister Anton Larcher einig.

Bei der Trophäenschau in Kirchberg erklärte Antretter, dass er mit der Abschusserfüllung sehr zufrieden sei. Beim Schalenwild konnte ein Abgang von 5186 Stück verzeichnet werden, davon 1434 Stück Rotwild, 687 Stück Gamswild und 3056 Stück Rehwild. Auch 61 Birkhühner und 290 Murmeltiere wurden erlegt. Die 112.000 ha große Jagdfläche wird in 16 Hegebezirke und 188 Jagdgebiete eingeteilt. Ein Berufsjäger ist tätig sowie 200 Jagdaufseher. 1424 Jägerinnen und Jäger haben für die Dezimierung der Populationen gesorgt, davon 222 ausländische Staatsbürger. 50 Anwärter haben die Jagdprüfung abgelegt. Wie der Landesjägermeister betonte, ist auch die Wilderei nach wie vor ein Thema.

Hotspots der Überpopulationen sind im Bezirk Jochberg, Kirchberg und St. Johann. Aufgrund des gesellschaftlichen Wandels ist der Winterlebensraum für die Wildtiere nicht mehr im notwendigen Ausmaß vorhanden. „Sorge bereitet mir Jochberg, wo die Bundesforste die Rotwildfütterung eingestellt haben und auch die Rehe nicht mehr fütterten“, sagte Antretter. Larcher weiß, dass die Bundesforste mittlerweile eingelenkt und auch Fehler eingestanden haben. „Es gab Gespräche in Wien und ich bin zuversichtlich“, meinte Larcher.

Kirchbergs Bürgermeister Helmut Berger forderte dazu auf, auch hinsichtlich der Raumordnung Rücksicht auf Wildwechselzonen zu nehmen. Einig war man sich darüber, dass man das Wild zumindest füttern muss, wenn man ihm schon den Lebensraum entzieht. Allerdings warnte Jagdbeiratsobmann Josef Heim davor, dass Notfütterungsstellen zum Standard ausgebaut werden. Er ist zuversichtlich, dass der Abschussplan, der mit der Behörde ausverhandelt wurde, erfüllt werden kann.

Eine Ehrung seitens des Jagdverbandes erhielten der Jagdpächter Simon Loidfelder aus Schwendt und einige verdiente Jagdhornbläser. Franz Heim sen. wurde mit dem Ehrenzeichen des Bezirks ausgezeichnet. (be)