Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 15.03.2019


Bezirk Imst

Fischbestände unter Druck

Der Fischereiverband steuert durch den Besatz mit Bach- und Urforellen entgegen.

Die heimischen Bachforellen und die robuste Urforelle (Bild unten) sollen die Regenbogenforelle aus Übersee zurückdrängen.

© PloderDie heimischen Bachforellen und die robuste Urforelle (Bild unten) sollen die Regenbogenforelle aus Übersee zurückdrängen.



Stams – In der heutigen Vollversammlung des Fischereiverbandes Bezirk Imst um 19 Uhr in der Orangerie des Stiftes Stams wird einmal mehr die Bestandssicherung der heimischen Fischarten im Mittelpunkt stehen. „Derzeit kann der Bestand in den mehr als 30 Revieren nur durch gezüchtete Jungfische gesichert werden“, erklärt Bezirks­obmann Franz Gallop, „die Gründe liegen einerseits in der Entwicklung der Gewässer, andererseits in der starken Zunahme von Reihern und Kormoranen, die den Bestand bedrohen.“ Verbauungen, Gletscherschliff und Schwallbetrieb der Wasserkraftwerk­e führen darüber hinaus zu einer starken Belastung der Laichgründe mit Schlamm und Geröll. Durch das Verbot des Schwallbetriebs in den kommenden Jahren erwarten die Fischer eine deutliche Verbesserung. Auch künstlich geschaffene Laichgründe sollen die Situation entspannen.

„Eine einzelne Äsche legt rund 6000 Eier, wodurch der Bestand grundsätzlich problemlos gesichert werden sollt­e“, so Gallop weiter, „dazu werden wir durch den verstärkten Besatz mit Bach- und den noch robusteren Ur­forellen das regional natürliche Gefüge wiederherstellen.“ Das bedeutet auch eine Reduktion der in den letzten Jahrzehnten entstandenen Dominanz der aus Übersee importierten Regenbogenforelle. Sorgen bereitet den Fischern des Bezirks auch ein Rückgang der Brutplätze von Insekten, die den Fischen als Nahrung dienen. „Hervorragende Wasserqualität und Hilfe für den Fischbestand nützen wenig, wenn die Nahrung fehlt“, so der Bezirks­obmann des Fischereiverbandes, „deshalb setzen wir auch in diesem Bereich deutliche Schwerpunkte.“ (tp)

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- Ploder