Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 17.03.2019


Tirol

Einblick in Museumssammlung: Bei Faltern werden auch Laien zu Forschern

Die Schmetterlingsarten in diesem Schaukasten sind vom Aussterben bedroht.

© Vanessa Rachlé / TTDie Schmetterlingsarten in diesem Schaukasten sind vom Aussterben bedroht.



Innsbruck – Wenn Peter Huemer Einblick in die Schmetterlingssammlung des Tiroler Landesmuseums gibt, dann kommen die geladenen Hobbyforscher von (fast) überall. Huemer, Kustos der Naturwissenschaftlichen Sammlung, gilt als Koryphäe auf dem Gebiet der Schmetterlingskunde. Und die Schaukästen, die er am Samstag aus den Regalen des Sammlungs- und Forschungszentrums der Landesmuseen in Hall zieht, begeistern. „Ich habe zwei Jahre intensiv gesucht, bis ich erstmals ein Moorwiesenvögelchen entdeckt habe“, sagt etwa Monika Klocker, eine eigens aus Feldkirch angereiste Nutzerin der Citizen-Science-App „Schmetterlinge in Österreich“.

Das Moorwiesenvögelchen, ein recht unscheinbarer Schmetterling, ist vom Aussterben bedroht, er kommt in Westösterreich nur noch in Vorarlberg vor. 2500 Schmetterlingsfunde hat Klocker bereits in der App hochgeladen. Seit Start des Projekts 2016 sind insgesamt rund 125.000 Fotos eingelangt, 13.000 Nutzer sind registriert. Gut zwei Dutzend besonders engagierte Hobbyfotografen aus Tirol, Kärnten und Vorarlberg sind am Samstag auf Einladung der Stiftung „Blühendes Österreich“ und der Tiroler Landesmuseen nach Hall gekommen.

Neben der Tour durch die Sammlung wurde den Hobby-Schmetterlingsforschern auch das 2018 in Tirol gestartete „Tagfalter-Monitoring“ vorgestellt. Denn es steht nicht besonders gut um die flatterhaften Insekten. Viele Arten sind gefährdet, manche bereits verschwunden. Doch es fehlt an gesicherten Daten, sagt Johannes Rüdisser vom Projekt Tagfalter-Monitoring. Bei diesem Monitoring wird gezielt an 25 Standorten in Tirol der Schmetterlingsbestand erhoben. Die Zahl der involvierten Freiwilligen hat sich seit Projektstart beinahe verdoppelt. Erstmals kann nun die Verbreitung und die Bestandsentwicklung der rund 170 Tagfalterarten in Tirol mit Hilfe von Laien, u. a. auch Schulklassen, systematisch erforscht werden. Mehr Info unter viel-falter.at und schmetterlingsapp.at (sire)

Peter Huemer (r.) vom Tiroler Landesmuseum ist einer der führenden Schmetterlingsexperten Österreichs.
Peter Huemer (r.) vom Tiroler Landesmuseum ist einer der führenden Schmetterlingsexperten Österreichs.
- Vanessa Rachlé / TT