Letztes Update am Mo, 01.04.2019 16:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Umweltschutz

Trächtiger Pottwal auf Sardinien mit 22 Kilo Plastik im Magen verendet

Nach dem Fund eines toten Wales mit 40 Kilogramm Plastik im Bauch auf den Philippinen vor wenigen Wochen machten Forscher auf Sardinien nun eine ebenfalls grausame und besorgniserregende Entdeckung. Biologen beklagen die Verschmutzung im Mittelmeer.

Im Bauch eines trächtigen Pottwales in Sardinien wurden im März 22 Kilo Plastik gefunden. Die nun gefundene Menge an Plastik kann den Tod der Tiere nicht erklären, so ein Biologe.

© Screenshot/FacebookIm Bauch eines trächtigen Pottwales in Sardinien wurden im März 22 Kilo Plastik gefunden. Die nun gefundene Menge an Plastik kann den Tod der Tiere nicht erklären, so ein Biologe.



Rom — Ein Pottwal ist auf einem Strand auf Sardinien gestrandet und dort gestorben. Im Magen des acht Meter langen und acht Tonnen schweren Wals wurden 22 Kilo Plastik gefunden, berichtete Luca Bittau, Biologe der Umweltschutzorganisation Seame nach italienischen Medienangaben. Das Plastik besetzte zwei Drittel des Walmagens. Das Säugetier trug ein 2,5 Meter langes Fötus in sich.

Es wurde mit einem Kran von dem renommierten Strand Cala Romantica in Porto Cervo im nördlichen Teil Sardiniens entfernt. Der Pottwal ist im Mittelmeer vom Aussterben bedroht. „Es war erschreckend zu sehen, dass der Magen dieses Säugetiers voll mit Plastik war. Der Tod dieses Wals bezeugt, dass auch im Mittelmeer die Verschmutzung extrem geworden ist", sagte Bittau.

Besorgniserregend sei auch die Lage der Meerschildkröten, die wegen des Plastiks nicht mehr schwimmen können. Immer mehr Schildkröten würden sich in verbotenen Fischernetzen und Angelschnüren aus Nylon verfangen und sterben.

Erst Mitte März war ein 4,7 Meter langer Cuvier-Schnabelwal an einer Bucht auf den Philippinen gestrandet und gestorben. In seinem Bauch fand man bei Untersuchungen sogar 40 Kilogramm Plastik.

(APA, TT.com)