Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 09.04.2019


Bezirk Landeck

Verbauung: Wildbäche im Stanzertal werden in Fesseln gelegt

Die Wildbach- und Lawinenverbauung investiert heuer 700.000 Euro in den Mühlbach sowie je 500.000 in den Lattenbach und Schnannerbach.

Am Pianner Lattenbach wird die Einmüdnung in die Sanna verbessert.

© WenzelAm Pianner Lattenbach wird die Einmüdnung in die Sanna verbessert.



Von Helmut Wenzel

Pians, Grins, Pettneu am Arlberg – Schäden in mehrfacher Millionenhöhe haben Muren in den vergangenen Jahren dem Stanzertal beschert – zuletzt die Mure vom 1. August 2018 am Schnannerbach. Nicht nur Infrastruktur, auch Siedlungsräume und Gewerbegebiete waren betroffen.

Vor diesem Hintergrund hat die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) ein dickes Maßnahmenpaket geschnürt. Mehrere Baustellen sind bereits eingerichtet, etwa am Pianner Lattenbach. „Hier haben wir es mit einer klassischen Wildbach-Baustelle zu tun“, erläuterte Gebietsbauleiter Daniel Kurz am Montag. „Im Mündungsbereich zur Sanna werden die Mauern saniert und erhöht. Das Bachbett wird geräumt, das Gerinne verbessert.“ Am Sanna-Ufer habe man ein Haus ablösen können, der Platz werde zur Verbesserung der Sicherheitsstrukturen genutzt. Bürgermeister Harald Bonelli hofft, dass die Arbeiten im Dorf bis Juli fertig gestellt werden können: „Die Baustelle ist eine Belastung für uns.“

Die WLV investiert heuer 500.000 Euro in den Lattenbach. Womit das Projekt laut Kurz keinesfalls abgeschlossen ist: „Im Mittellauf müssen Geschiebesperren saniert und zum Teil neu gebaut werden.“ Eine „endgültige Verbauung“ des Lattenbachs werde es vermutlich nie geben, sagte Kurz. „Im oberen Einzugsbereich bewegt sich nach wie vor viel Material.“

Auch am Mühlbach, der am 10. September 2016 große Schäden im Gewerbegebiet Grins/Gurnau hinterlassen hatte, sind derzeit Bautrupps der WLV im Einsatz. Der Mündungsbereich wird verbessert, alte Ufermauern werden saniert. Im Mittellauf, im Bereich Grinner Wildbad, ist ebenfalls eine Baustelle eingerichtet. „Diese haben wir am Freitag vorübergehend stilllegen müssen, wegen Hangbewegungen“, schilderte Kurz. Nach einer Begehung mit Geotechnikern werde man über die weitere Vorgangsweise entscheiden.

Davon nicht betroffen ist die Wildholzbewirtschaftung im Bereich der Grinner Römerbrücke. „Der Bach hat sich eingetieft. An der Uferböschung muss das Holz entfernt werden, um Verklausungen vorzubeugen“, so Kurz. Das Mühlbach-Projekt verschlingt allein in diesem Jahr rund 700.000 Euro.

Schließlich liegen im Geschiebebecken des Schnannerbachs noch 30.000 Kubikmeter Schotter, der geräumt werden muss. Die WLV hat dazu 500.000 Euro budgetiert. Wegen einer Lawine muss vorerst aber die Schneeschmelze abgewartet werden.

Am Grinner Mühlbach, der sein Gefahrenpotenzial bei der Mure 2016 bewiesen hat, werden die Geschiebesperren ausgebaut.
Am Grinner Mühlbach, der sein Gefahrenpotenzial bei der Mure 2016 bewiesen hat, werden die Geschiebesperren ausgebaut.
- Geiger