Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 09.04.2019


Innsbruck-Land

Team Karwendel freut sich auf viele freiwillige Helfer bei Almpflege

Im Naturpark Karwendel können Ehrenamtliche heuer wieder bei der Alm- und Biotop-Pflege mitanpacken – für Almbauern „unverzichtbar“.

Mit Heurechen und Heugabeln ausgestattet, tragen Freiwillige am Issanger im Halltal aktiv zum Erhalt der Artenvielfalt bei – eine von acht Aktionen, die das „Team Karwendel“ heuer anbietet.

© Naturpark KarwendelMit Heurechen und Heugabeln ausgestattet, tragen Freiwillige am Issanger im Halltal aktiv zum Erhalt der Artenvielfalt bei – eine von acht Aktionen, die das „Team Karwendel“ heuer anbietet.



Von Michael Domanig

Innsbruck – Schon zum achten Mal sucht der Naturpark Karwendel tatkräftige Freiwillige für Naturschutzaktionen. Die Freiwilligenplattform „Team Karwendel“, 2012 in bescheidenem Rahmen gestartet, sei inzwischen „ein wesentlicher Teil der Naturschutzarbeit bei uns im Naturpark“, betont GF Hermann Sonntag. 100 bis 250 Teilnehmer widmen ihre Freizeit alljährlich diversen wertvollen Aktivitäten.

Heuer sind acht Aktionen im gesamten Naturparkgebiet geplant, wie Marina Hausberger, Projektleiterin des Team Karwendel, ausführt. Eine Hauptrolle spielt dabei die Almpflege: Auf der Hölzelstalalm (4./5. Mai), der Arzler Alm (11. Mai) oder der Hochalm (20./21. Juli) gilt es Latschen zu schwenden, Steine zu entfernen oder Zäune auszubessern. Apropos: Am 25./26. Mai ist am Großen und Kleinen Ahornboden die alljährliche Reparatur jener Zäune fällig, die junge Bäume vor Wildverbiss und Weidevieh schützen. Auf der Walderalm (27. Juli) stehen wiederum Teiche im Fokus, die durch Nährstoff­eintrag zuwuchern: Einen Tag lang werden Algen und Wasserlinsen herausgefischt.

Eine Besonderheit ist heuer – in Kooperation mit dem Österreichischen Alpenverein – die erste einwöchige „Umweltbaustelle“ auf der Laliders­alm: Vom 11. bis 17. August können junge Erwachsene zwischen 16 und 30 Jahren bei der Almpflege mitanpacken. Der Erhalt der Almflächen sei ein wichtiges gesellschaftspolitisches Anliegen, so Bernhard Steinlechner, Obmann der Agrargemeinschaft Lalidersalm – schließlich seien diese auch ein Wirtschafts- und Erholungsfaktor. Es gehe darum, Flächen freizustellen, die früher – als es noch fix angestellte „Putzer“ auf den Almen gab – frei waren, heute aber zuwachsen. Daher sei die harte Arbeit der Freiwilligen, die vielfach richtig „fanatisch“ am Werk seien, „für uns unverzichtbar“, lobt Steinlechner. „Uns fehlt es an personellen Ressourcen.“ Zugleich gehe es darum, Verständnis für die Almwirtschaft zu wecken, ergänzt Sonntag.

Gemeinsam mit dem Raiffeisen Club Tirol wartet am 27. Juni zudem eine spezielle Aktion für Schulklassen: die große „Clean-up Challenge“ auf der Arzler Alm. Dabei können die Schüler in einem Stationenbetrieb Almpflegearbeiten üben – und zugleich vieles über Almkräuter, Weidetiere oder Insekten lernen.

Zum Finale am 24. und 25. August steht dann noch Biotop-Pflege am Issanger im Halltal an – einer historischen Weidefläche, auf der heute aber kein Vieh mehr grast. Die Arbeit mit dem Heurechen sei daher ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung der Artenvielfalt, sagt Sonntag. Botaniker der Uni Innsbruck wiesen auf ca. vier Hektar über 500 (!) verschiedene Blütenpflanzen nach.

Ein buntes Bild bieten auch die Freiwilligen selbst: Im Schnitt ist ein Drittel älter als 60 Jahre, knapp ein Viertel kommt aus Deutschland.

Anmelden kann man sich unter www.karwendel.org/team-karwendel.