Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 17.04.2019


Innsbruck

Flussuferläufer kommen zurück

Ein tirolerisch-bayerisches Interreg-Projekt rückt den Schutz des Flussuferläufers und anderer gefährdeter "Wildflussarten" in den Fokus.

© UngerEin tirolerisch-bayerisches Interreg-Projekt rückt den Schutz des Flussuferläufers und anderer gefährdeter "Wildflussarten" in den Fokus.



Momentan ist es wieder so weit: Der Flussuferläufer, ein Watvogel, der typisch für alpine Wildflüsse ist, kehrt von seinem Winterquartier im Süden Afrikas in unsere Breiten zurück. Im Rahmen des Interregprojekts „Vielfältiges Leben an unseren Gebirgsflüssen" engagiert sich der bayerische Landesbund für Vogelschutz grenzüberschreitend mit dem Naturpark Karwendel, dem Naturpark Lech und dem Landratsamt Tölz-Wolfratshausen (Bayern) für den Schutz der Brutplätze.

Der Flussuferläufer ist neben anderen typischen Vogel- und Heuschreckenarten eine der Zielarten des internationalen Projekts, das die Flussgebiete von Iller, Lech, Loisach, Ammer, Isar, Rißbach und Tiroler Ache umfasst.

Im Mittelpunkt steht neben Monitoring eine umfassende Information und Lenkung der Besucher: So soll eine einheitliche Beschilderung entlang der Flüsse den Freizeitnutzern die Orientierung erleichtern und Verständnis dafür schaffen, wie störempfindlich die Brutplätze des Flussuferläufers sind. Zudem ist ein besserer Austausch mit Nutzergruppen wie etwa Kanuverbänden geplant.

Im Karwendel sind Naturpark-Ranger von April an im Riß- und Hinterautal unterwegs, um die Flussuferläufer zu beobachten und zu schützen — sie kontrollieren z. B. Zäune gegen das Weidevieh und bringen Infotafeln an. In Österreich ist die geschützte Art als „stark gefährdet", in Bayern als „vom Aussterben bedroht" eingestuft. (TT)