Letztes Update am Di, 07.05.2019 15:22

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Umfrage

Welche Tiere Sympathie und welche Angst bei Österreichern auslösen

Schmetterlinge sind laut einer Umfrage die bei den Österreichern beliebtesten Tiere, Hunde liegen knapp vor Katzen. Angst und Unbehagen lösen vor allem Haie und Schlangen aus. Als wichtigste Tierart wird die Honigbiene gesehen.

Als wichtigste Tierart für das Ökosystem wird laut der Umfrage mit mehr als 95 Prozent Zustimmung die Biene gesehen.

© dpaAls wichtigste Tierart für das Ökosystem wird laut der Umfrage mit mehr als 95 Prozent Zustimmung die Biene gesehen.



Wien – Das massive Bienensterben der vergangenen Jahre hat das Bewusstsein für dessen negative Folgen für Landwirtschaft, Ökosystem und Gesundheit erhöht. Wie eine Umfrage von Marketagent ergab, sind die Österreicher Fans der Honigbiene. 69 Prozent finden sie sympathisch und knapp 90 Prozent schreiben ihr viel Fleiß zu. Abgefragt wurden auch die liebsten Tiere allgemein, hier gewann der Schmetterling.

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Auch Hunde, Hauskatzen, Elefanten und Adler reihten sich im Ranking der sympathischsten Tiere vor die Biene. Das meiste Unbehagen lösten wiederum Haie vor Schlangen, Spinnen, Bären, Löwen und Wölfen aus. Angst vor Bienen landete in dieser Wertung auf dem siebenten Platz. Insgesamt gaben acht Prozent der Österreicher an, dass sie Angst vor dem fliegenden Insekten haben. Bei den 14 bis 19-Jährigen waren es sogar 17 Prozent, bei über 60-Jährigen lediglich knapp über einem Prozent. Affen werden vor Hunden, Elefanten und Katzen von den Österreichern als intelligenteste Lebensform gesehen, die höchste soziale Intelligenz wird ebenso Hunden und Affen zugesprochen.

Bienen unersetzlich

Als wichtigste Tierart für das Ökosystem wurde mit mehr als 95 Prozent Zustimmung die Biene gesehen, was sie gleichzeitig nützlich (87 Prozent) sowie für mehr als zwei Drittel der Österreicher (70 Prozent) sogar unersetzlich macht. Auch sollte sich der Mensch stärker für das schwarz-gelbe Insekt engagieren, befanden drei Viertel der Befragten. Es herrscht ein klares Bewusstsein für den hohen Stellenwert des Tieres, das für die Bestäubung von etwa 80 Prozent der blühenden Pflanzen sowie der Nutzpflanzen in der Landwirtschaft Verantwortung trägt. Mehr als jeder zweite Österreicher hält die Biene für eine intelligente Lebensform, für knapp zwei Drittel ist sie sozial intelligent.

Seit Mitte der 1990er-Jahre stellten Imker in Österreich ein zunehmendes Sterben ganzer Bienenvölker fest. So verringerte sich die Menge an Völkern in Österreich von 1995 bis 2015 um ein Viertel. Zwei Drittel der Österreicher schätzen das Insekt als gefährdet beziehungsweise vom Aussterben bedroht ein und 87 Prozent haben bereits vom Bienensterben gehört.

„Jeder einzelne“ für Bienensterben verantwortlich

Den größten Einfluss auf den Bienen-Rückgang schreiben die Befragten dabei vor allem dem Einsatz von Pestiziden (90 Prozent) und Umweltbelastungen (88 Prozent) zu. Pestizide wie Neonicotinoide schädigen das Orientierungsvermögen sowie das Kommunikationsverhalten der Bienen, wodurch diese den Weg zum heimatlichen Stock nicht mehr finden und zugrunde gehen. Auch durch Umwälzungen in der Landwirtschaft ab der Mitte des 20. Jahrhunderts veränderte sich der Lebensraum diverser Bienenarten. Monokulturen, Überdüngung und das Auftreten und Einnisten der Varroamilbe in den Bienenlarven erschweren zusätzlich das Leben und fleißige Arbeiten der kleinen Insekten.

„Die Verantwortung für das Bienensterben sehen die Österreicher in erster Linie bei sich selbst. So sind knapp zwei Drittel (62 Prozent) der Meinung, dass jeder einzelne Bürger verantwortlich für die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte ist. An zweiter Stelle folgen aus Sicht der Befragten die Lebensmittelkonzerne (53 Prozent)“, sagte Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com. Jedoch besteht der Wunsch nach zusätzlichen Maßnahmen zum Schutz der Honigbiene, der für 87 Prozent der Befragten nicht ausreichend forciert wird. Drei Viertel (76 Prozent) wünschen sich hier mehr Engagement, beispielsweise durch spezielle Schutzprogramme. (APA)