Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 18.05.2019


Bezirk Reutte

Hüter des Schutzwaldes ließen Kinderaugen strahlen

Riesenandrang beim Waldfest in Wängle: Schon am Vormittag wurde 550 Kindern aus 18 Schulen Wissenswertes über den Wald vermittelt.

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© Tschol



Von Simone Tschol

Wängle, Höfen, Lechaschau – So viel Aufmerksamkeit bekommt der heimische Wald nur selten. Und das, obwohl 47 Prozent des Bezirks bewaldet und mehr als zwei Drittel davon Schutzwald sind.

Ausgerüstet mit festem Schuhwerk und Rucksack, machten sich gestern Vormittag 550 Kinder aus 18 Außerferner Volksschulen auf zu einem Walderlebnis der besonderen Art. Die Bezirksforstinspektion und die drei Gemeinden Wängle, Höfen und Lechaschau hatten zum großen Almajuri-Waldfest geladen. Dort erfuhren die Kinder viel Wissenswertes über den „Star des Tages“ – den heimischen Schutzwald.

„Unser Wald schützt uns vor Naturgefahren, liefert Holz zum Bauen und Heizen, sichert Arbeitsplätze, bietet den Menschen Erholung und ist Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Damit er all diese Funktionen nachhaltig erfüllen kann, muss er auch entsprechend gut gepflegt und bewirtschaftet werden“, wies Landesforstdirektor Josef Fuchs einmal mehr auf die große Bedeutung des Waldes hin. Und Standortbürgermeister Christian Müller fügte hinzu: „Wängle ist von mehreren Wildbächen bedroht. Ein entsprechend guter Schutzwaldzustand ist für die Sicherheit in unserem Dorf enorm wichtig.“

Während sich am Vormittag nur angemeldete Schulklassen auf dem Areal tummelten, konnten sich am Nachmittag Familien und Interessierte Wissen rund um den Schutzwald aneignen. Das Angebot reichte von der Vorstellung verschiedener Baumarten über das Vorzeigen einer Holzlieferung mit Pferd bis zur Auftrennung eines Baumes in einem mobilen Sägewerk. Anhand von Tierspuren und Präparaten konnte der Fauna nachgespürt werden, junge Schnitzer und Drechsler demonstrierten ihre Arbeit.

Ein besonderes Highlight war jedoch das Märchen „Almajuri und die Zauberwesen im Schutzwald“, das bei einem Waldrundgang an sechs Stationen dargeboten wurde.

„Kinder lernen durch Erleben. Je öfter der Wald zum Klassenzimmer wird, desto eher wird es uns gelingen, ein breites Verständnis für den Wald zu wecken“, glaubt Fuchs. Dem pflichtete auch BH Katharina Rumpf bei: „Dieses Fest ist eine sinnvolle Ergänzung zum Unterricht. Die Kinder lernen spielerisch Details über die Natur und den Wald und tragen das Wissen auch in die Familien hinein.“

Das Team der Bezirksforstinspektion unter der Leitung von Josef Walch hatte in den letzten Wochen ein straffes Organisationsprogramm zu bewältigen. Der große Andrang entschädigte. Walch: „Wenn man die leuchtenden Kinderaugen sieht, ist das eine riesige Belohnung.“

25 Waldaufseher aus dem ganzen Bezirk halfen mit. Der Sportverein sorgte für die Verpflegung vor Ort.