Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 23.05.2019


Natur

Zu wenig Artenschutz: WWF rügt auch Tirol

Luchse werden in Tirol ebenso wie Wölfe, Fischotter, Biber und Seeadler in zu geringem Ausmaß geschützt, kritisiert der WWF.

© Summerer/Tierpark WildbichlLuchse werden in Tirol ebenso wie Wölfe, Fischotter, Biber und Seeadler in zu geringem Ausmaß geschützt, kritisiert der WWF.



Die Umweltschutzstiftung WWF ortet in mehreren Bundesländern eine mangelhafte bzw. schlechte Umsetzung der europäischen Vorgaben und Naturschutz-Standards im Umgang mit gefährdeter Arten wie dem Wolf, dem Fischotter, dem Luchs, dem Biber und dem Seeadler. Betroffen sind Wien, Niederösterreich, das Burgenland, die Steiermark und Tirol.

Ganz generell werde in Österreich zu wenig für die bedrohten Tierarten getan. 31 der insgesamt 35 Bewertungen zum Management der untersuchten Arten würden in die Kategorie schlechte bzw. mangelhafte Umsetzung fallen. Fast überall würden Geld und Willen für regelmäßige, wissenschaftlich begleitete Bestandserhebungen, Managementpläne sowie vorbeugenden Schutz fehlen. Wichtige Informationen werden entweder gar nicht oder nur unzureichend der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Schrumpfende Lebensräume, hoher Bodenverbrauch und Nutzungsdruck verbunden mit falscher Prioritätensetzung durch die Politik habe das Artensterben beschleunigt, kritisiert WWF-Expertin Christina Wolf-Petre: „Österreich ist schon lange kein Umweltmusterland mehr. Bis auf wenige Ausnahmen ist der Artenschutz völlig unzureichend. Das muss auf allen Ebenen verbessert werden."

Der WWF richtet deshalb drei zentrale Forderungen an die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern. Diese reichen von nationalen Management-Plänen und Artenschutz-Programmen über ein besseres Monitoring bis hin zu einem einheitlichen System der Vorbeugung und Schadensabgeltung. (TT)