Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 28.05.2019


Osttirol

Das Defereggen wird immer sicherer: Viele Schutzbauten in Arbeit

Die Wildbach- und Lawinenverbauung hat im Defereggental immer genug zu tun. Während große Vorhaben schon fertig oder im Bau sind, steht bereits das nächste Vorhaben auf der Warteliste.

Die Verbauung im Hopfgartnergraben in der Gemeinde Hopfgarten macht gute Fortschritte.

© Wildbach- und LawinenverbauungDie Verbauung im Hopfgartnergraben in der Gemeinde Hopfgarten macht gute Fortschritte.



Von Catharina Oblasser

St. Jakob, Hopfgarten – Lawinen, Hangrutschungen, Steinschläge, Hochwasser und Muren sind in Tirol – und auch in Osttirol – keine Seltenheit. Das relativ schmale und steile Defereggental mit seinen Seitentälern und den drei Gemeinden St. Jakob, St. Veit und Hopfgarten gehört zu den Regionen, die die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) immer wieder vor große Aufgaben stellen. Viele Millionen Euro fließen in Verbauungen und damit in den Schutz von Menschen und Gebäuden.

Bau- und Projektzeiten von größeren und kleineren Schutzbauten überschneiden sich im Defereggen. Während die Verbauung am Trojeralmbach in St. Jakob so gut wie fertig ist, läuft das Projekt Hopfgartnergraben (Gemeinde Hopfgarten) mit Hochdruck. Noch in der Verhandlungsphase ist der Schutzdamm am Zwenewaldbach (ebenfalls Gemeinde Hopfgarten).

„Die riesige Sperre am Trojeralmbach ist fertig gestellt“, berichtet Otto Unterweger, Leiter der WLV-Bezirksstelle in Lienz. „Die Ausgestaltung des Geschiebebeckens fehlt noch, das mussten wir aufgrund des schweren Sturms im letzten Herbst verschieben.“ Vier Millionen Euro kosten die Sicherungsmaßnahmen am Trojeralmbach insgesamt. Eindrucksvoll auch die Maße der Schutzbauten. Der Murenbrecher etwa ist sechs Meter hoch und 25 Meter breit.

Ein Stück weiter talauswärts, am Hopfgartnergraben, ist ein Ende der Bauarbeiten noch nicht so bald in Sicht. „Aber alles geht gut voran, wir sind im Zeitplan“, erläutert Unterweger. Bilder der Großbaustelle zeigen, wie die Fundamente entstehen und die Wände der gewaltigen Schutzbauten in die Höhe wachsen. „Das Projekt ‚Verbauung Hopfgartnergraben und Lawine‘ läuft bis 2027, es ist das größte Vorhaben der Wildbach- und Lawinenverbauung der letzten Jahre in Osttirol. 6,6 Millionen Euro werden für Mur- und Lawinenbrecher sowie die Geschiebesperre aufgewendet.“

„Wir bauen nur im Frühjahr und im Herbst“, sagt der WLV-Leiter. „Im Sommer unterbrechen wir die Arbeiten wegen der Murengefahr.“ Fünf Jahre intensive Bautätigkeit stehen auf dem Plan, dann folgen noch kleinere Verschönerungen. Das Projekt schützt nicht nur den Dorfkern, sondern auch die Landesstraße.

Auf der anderen Seite, der Schattseite des Defereggentals, wartet schon das nächste Vorhaben, und zwar am Zwenewaldbach, Gemeinde Hopfgarten. „Ein Miniprojekt“, wie Otto Unterweger es beschreibt. Im Vergleich zum Hopfgartnergraben ist es das tatsächlich: Es besteht aus einem Schutzdamm, damit der Zwenewaldbach nicht ausbrechen kann. „Es gibt dort mehrere Wohnhäuser, die gefährdet sein könnten“, beschreibt der Hopfgartner Bürgermeister Franz Hopfgartner. „Und einen kleinen Übungslift.“ Mit den Wiederaufforstungen, die nach den Bauarbeiten nötig sind, reicht die Projektlaufzeit bis zum Jahr 2033, sagt der Bürgermeister. Kostenpunkt: etwa 400.000 Euro.

Erdreich, das auf der einen Talseite zu viel ist, kann auf der anderen Seite verwendet werden. „Das Aushubmaterial vom Hopfgartnergraben dient zur Dammaufschüttung am Zwenewaldbach“, informiert Unterweger. „Das bringt einen Synergieeffekt.“

 Am Trojeralmbach in St. Jakob sind die zwei Schlüsselbauwerke, Geschiebedosiersperre und Murbreche, schon fertig.
Am Trojeralmbach in St. Jakob sind die zwei Schlüsselbauwerke, Geschiebedosiersperre und Murbreche, schon fertig.
- Wildbach- und Lawinenverbauung