Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 06.07.2019


Bezirk Reutte

Baggersee in Forchach: Ein Naturidyll mit Ablaufdatum

Längs des Baggersees in Forchach (er liegt Höhe Weißenbach) werden künstliche Schutzdämme rückgebaut. Der See wird verschwinden

© SalveminiLängs des Baggersees in Forchach (er liegt Höhe Weißenbach) werden künstliche Schutzdämme rückgebaut. Der See wird verschwinden



Nach Redaktionsschluss hatte sich am Mittwoch der Außerferner Wasserbauchef Wolfgang Klien noch einmal zum Thema Baggersee in Forchach, „Naturschutz zerstört ein Naturjuwel", gemeldet. Heuer im August werden die schützenden Buhnen längs des Sees, wie berichtet, rückgebaut und das Gewässer dem Lech „zurückgegeben".

Klien: „Dieses Sechs-Millionen-EU-Life-Projekt hat als Ziel den Schutz eines der letzten Wildflüsse Mitteleuropas. Mit der Umsetzung der Maßnahme sind naturgemäß Flächenverluste von Stillgewässern, Uferbegleitgehölzen und Auwäldern verbunden." Diese Flächenverluste würden dem übergeordneten Ziel nach Wiederherstellung einer von Fluss- und Grundwasserdynamik uneingeschränkt geprägten Aulandschaft entsprechen. Weil ein dynamischer Fluss nicht gebaut, sondern nur initiiert werden könne, würden die alten, mehrere hundert Meter langen Buhnen, die im 20. Jahrhundert zur Zähmung des Flusses eingebaut wurden, wieder entfernt. Am Ende der Maßnahmen werde der Lech auf elf Kilometern Länge eine Breite von mehreren hundert Metern aufweisen. Dies sei ein Meilenstein, um das Naturerbe Wildfluss zu sichern. (hm)


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