Letztes Update am Di, 30.07.2019 06:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck-Land

Wieder gerissene Tiere im Sellraintal entdeckt

Die bereits stark verwesten Kadaver von zwei Schafen und einer Hirschkuh wurden unweit der Krimpenbachalm entdeckt. Mitte Juli hat dort ein Wolf vier Schafe gerissen.

Symbolfoto.

© Rudy De MoorSymbolfoto.



Gries im Sellrain – Knochen, Schädel, ein paar Fetzen Wolle – mehr war von zwei Schafen nicht mehr übrig, deren Kadaver am Wochenende auf dem Gemeindegebiet von Gries im Sellrain gefunden wurden. Auch eine tote Hirschkuh, die ebenfalls bereits stark verwest war, wurde bei der Bezirkshauptmannschaft (BH) Innsbruck-Land gemeldet. Entdeckt hatte sie ein Bauer im Bereich Sonnberg, unterhalb des Rosskopfs. Wenige Kilometer Luftlinie entfernt hatte ein Wolf Mitte Juli vier Schafe gerissen, wie ein DNA-Test bestätigt hat. Ob auch die nun gefundenen Tiere von einem Wolf getötet wurden, wird wohl nicht mehr festgestellt werden können.

Denn bei diesem Erhaltungsgrad der Kadaver mache die Entnahme von Gewebeproben und eine anschließende DNA-Analyse keinen Sinn mehr, teilte gestern Josef Öttl, Amtstierarzt der BH Innsbruck-Land, mit. „Die Tiere sind jedenfalls schon seit geraumer Zeit tot.“

Vor zehn Tagen sind aus dem Gebiet zwischen Sellrain und dem Inntal die letzten Meldungen von aktuellen Rissen eingegangen. Seitdem haben die Behörden keine konkreten Hinweise für die Anwesenheit großer Beutegreifer in der Region registriert – weder Schäden noch Bilder aus Wildkameras. Noch ausständig sind die Ergebnisse der DNA-Untersuchung der vor zehn Tagen bei der Inzinger und der Flaurlinger Alm gefundenen Kadaver. Sie werden im Laufe der Woche erwartet.

Einige dieser getöteten Tiere gehörten Josef Praxmarer. Der Bauer aus Flaurling übt scharfe Kritik an der Kommunikationsstrategie des Landes Tirol in dieser Causa: „Von Seiten des Landes kriegen wir keine Infos. Wir fühlen uns allein gelassen. Dabei ist es für uns Bauern primär nicht wichtig zu wissen, was die Tiere gerissen hat. In erster Linie wollen wir erfahren, dass etwas passiert ist, damit wir reagieren können.“ 16 Auftreiber brachten Anfang Sommer 320 Schafe auf die Flaurlinger Alm. „60 haben wir wieder abgetrieben“, sagt er. Die Verunsicherung bei den Bauern sei groß.

Am Donnerstag gibt es in Hatting für die Bauern der Region eine Info-Veranstaltung. Organisiert wird diese von der Landwirtschaftskammer. (bfk)