Letztes Update am Di, 30.07.2019 16:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Plastikmüll

Unesco-Welterbe-Insel droht im Plastikmüll zu versinken

Die unbewohnte Pazifikinsel Henderson Island zählt zum Unesco-Welterbe. Doch das Naturparadies ist bedroht: Es wird von Plastikmüll regelrecht überschwemmt.

Henderson Island im Pazifik weist eine der höchsten Mülldichten weltweit auf.

© STUFF/AFPHenderson Island im Pazifik weist eine der höchsten Mülldichten weltweit auf.



Wellington – Die zum Unesco-Welterbe zählende Pazifikinsel Henderson Island droht, im Plastikmüll zu versinken. „Wir haben Müll von fast überall gefunden“, sagte die in Australien forschende Meeresexpertin Jennifer Lavers, die im vergangenen Monat eine Expedition auf die unbewohnte Insel geleitet hatte.

Immer wieder besuchen Putztrupps die unebwohnte Insel, um sie vom Müll zu befreien.
Immer wieder besuchen Putztrupps die unebwohnte Insel, um sie vom Müll zu befreien.
- AFP/STUFF

Trotz seiner Abgeschiedenheit weist das Atoll, das inmitten eines Müllstrudels liegt, eine der höchsten Konzentrationen an Plastikmüll weltweit auf. Die Forscher fanden auf der Insel, die zwischen Neuseeland und Peru liegt, Flaschen, Container, Fischernetze und anderen Abfall unter anderem aus Deutschland, Kanada, den USA, Chile, Argentinien und Ecuador. Henderson Island liegt im Zentrum des Müllstrudels im Südpazifik, dem sogenannten Great Pacific Garbage Patch.

Aufgrund ihres artenreichen Ökosystems zählt die Insel seit 1988 zum Unesco-Welterbe. Die Unesco bezeichnete Henderson Island als „eine der letzten nahezu unberührten Kalksteininseln“ und lobte „die außergewöhnliche Schönheit der Natur, die weißen Sandstrände, Kalksteinfelsen und die reiche und nahezu unberührte Vegetation“.

Gesammelte Bojen türmen sich am Traumstrand.
Gesammelte Bojen türmen sich am Traumstrand.
- AFP

Während einer ersten Expedition 2015 zählte Lavers am Oststrand der Insel 700 Plastikteile pro Quadratmeter, eine der höchsten Dichten der Welt. Bei ihrem Besuch im vergangenen Monat sammelten Lavers und ihr Team innerhalb von zwei Wochen sechs Tonnen Plastikmüll ein.

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Solche Aufräumaktionen seien langfristig keine Lösung für die Müllkrise der Meere, sagte Lavers. Das Problem müsse an der Wurzel angepackt werden. „In den Ozeanen gibt es bereits so viel Müll, dass wir wirklich alles tun müssen, um zu verhindern, dass noch mehr hinein gelangt“, forderte die Wissenschafterin. (APA/AFP)

Die Putztrupps haben alle Hände voll zu tun.
Die Putztrupps haben alle Hände voll zu tun.
- AFP/STUFF