Letztes Update am Fr, 09.08.2019 14:47

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tiere

Schwule Pinguine im Berliner Zoo adoptieren Ei

In Berlin brüten zwei schwule Königspinguine ein Ei aus. Es ist unsicher, ob es auch wirklich befruchtet ist. Homosexualität ist im Tierreich keine Seltenheit.

Die Königspinguine Skipper und Ping brüten ein Ei aus (im Bild ist die Bauchfalte des rechten Pinguins deutlich hervorgehoben - unter ihr liegt das Ei).

© Zoo BerlinDie Königspinguine Skipper und Ping brüten ein Ei aus (im Bild ist die Bauchfalte des rechten Pinguins deutlich hervorgehoben - unter ihr liegt das Ei).



Berlin – Ein schwules Pinguin-Pärchen brütet im Berliner Zoo das Ei einer Artgenossin aus. Skipper und Ping – so heißen die beiden – konnten sich damit einen offensichtlich lange gehegten Wunsch erfüllen. „Die beiden Pinguin-Männer verhalten sich wie vorbildliche Eltern und wärmen das Ei abwechselnd“, sagte Zoosprecher Maximilian Jäger.

Die beiden Herren sind zehn Jahre alt und wohnen erst seit kurzem in Berlin, vorher waren sie im Hamburger Tierpark Hagenbeck beheimatet. Sie verbringen sehr viel Zeit miteinander und beschützen das Ei vor Artgenossen.

Pfleger jubelten Pinguin-Männern Ei unter

Dass die beiden watschelnden Vogelmännchen Eltern werden möchten, hatten sie schon früher signalisiert. „Sie haben versucht, Fische und Steine auszubrüten“, berichtete Jäger. Das echte Ei haben Pfleger Skipper und Ping Mitte Juli angeboten, weil die einzige Pinguin-Dame in der sechsköpfigen Gruppe in den vergangenen Jahren keinen Erfolg bei der Brut hatte. Die beiden Männchen begannen sofort mit der Arbeit.

Baby auf dem Weg?

„Wir wissen nicht, ob dieses Ei befruchtet ist“, sagte Jäger. Falls ja, würde nach rund 55 Tagen ein Jungtier schlüpfen. In anderen Zoos hätten homosexuelle Pinguine bereits Bruterfolge gehabt, ergänzte der Sprecher. Für Berlin wäre das neu. Dass sich bei Königspinguinen Männchen und Weibchen abwechselnd ums Brüten kümmern, ist normal. Sie legen sich das Ei dafür auf ihre Füße und stülpen eine Bauchfalte darüber. Auch Skipper und Ping machen es so.

Homosexualität im Tierreich ist keine Seltenheit

Bis 2016 lebten in der Berliner Königspinguin-Kolonie auch noch Stan und Ollie, ein anderes schwules Päarchen. Generell ist Homosexualität im Tierreich nichts Ungewöhnliches. Sie kommt besonders oft bei Giraffen, Elefanten, Vögeln und eben Pinguinen vor. (TT.com/anh, APA)