Letztes Update am Mo, 12.08.2019 13:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Russland

Keine Entspannung in Sicht: Waldbrände in Sibirien wüten weiter

Die Flammen in Sibirien haben sich weiter ausgeweitet. Auf einer Fläche von rund 280.000 Hektar gibt es mittlerweile mehr als 200 Brandherde.

Seit Jahresbeginn wurden mehr als 13,4 Millionen Hektar Wald vernichtet.

© APA/AFPSeit Jahresbeginn wurden mehr als 13,4 Millionen Hektar Wald vernichtet.



Moskau — In den Waldbrandgebieten in Sibirien wüten die Flammen weiter. Eine Entspannung zeichnet sich nicht ab. Nach Angaben der russischen Forstbehörden vom Montag gibt es mehr als 200 Brandherde auf einer Fläche von rund 280.000 Hektar. Das ist größer als das Saarland. Wie aus den offiziellen Zahlen hervorgeht, hat sich das Feuer damit in den vergangenen Tagen weiter ausgebreitet. Auf dieser Fläche werden die Brände aktiv bekämpft, wie es hieß.

Weitaus größer ist das Gebiet, auf dem momentan nicht gelöscht wird, weil es etwa sehr abgelegen ist. Mehr als 2,7 Millionen Hektar groß ist diese Fläche. Auch hier hätten sich die Brände weiter ausgebreitet. Der Umweltorganisation Greenpeace zufolge wurden seit Jahresbeginn mehr als 13,4 Millionen Hektar Wald vernichtet.

Für das Weltklima wichtige Taiga betroffen

Dennoch verzeichnen die Einsatzkräfte auch Erfolge: Allein am Sonntag wurden der Forstverwaltung zufolge mehr als 50 Waldbrände auf einer Fläche von 5700 Hektar gelöscht. Von den Flammen betroffen ist auch die Taiga, der für das Weltklima wichtige Waldgürtel in Sibirien.

In Sibirien kommt es im Sommer immer wieder zu Bränden in Wäldern und auf Steppen. Sie fallen diesmal heftiger aus als in den Vorjahren. Das hängt auch mit der Trockenheit zusammen. Zum anderen zünden Russen traditionell im Sommer trotz Warnschildern wegen der Waldbrandgefahr Lagerfeuer an. Es gibt Ermittlungen wegen Brandstiftung.

Die Menschen in vielen Regionen im Osten Russlands leiden unter dem gefährlichen Rauch und machen die Regierung dafür verantwortlich, weil die Behörden aus ihrer Sicht zu spät gehandelt haben. Zuletzt hatte sich die Lage in Großstädten wie Irkutsk entspannt, weil der Wind seine Richtung gedreht hatte. (dpa)