Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 21.08.2019


Bezirk Landeck

Schlafender Wildbach zwischen Landeck und Zams in Fesseln gelegt

Um den unberechenbaren Hengstbach an der Gemeindegrenze von Landeck und Zams zu zähmen, hat die WLV einen 400.000-Euro-Schutzdamm errichtet.

Der kürzlich fertig gestellte Schüttdamm in Galpeins ist für ein 150-jähriges Hochwasser konzipiert. Mit dem Schutzbau sollen Überflutungen im beim Bahnhof Landeck-Zams verhindert werden.

© GeigerDer kürzlich fertig gestellte Schüttdamm in Galpeins ist für ein 150-jähriges Hochwasser konzipiert. Mit dem Schutzbau sollen Überflutungen im beim Bahnhof Landeck-Zams verhindert werden.



Von Helmut Wenzel

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Landeck, Zams – Der Hengstbach, ein unscheinbares Bächlein an der Gemeinde­grenze von Landeck und Zams, kann zum reißenden Wildbach anschwellen. Zuletzt passiert bei den Regenfällen am 24. Dezember 2018, als Teile des Bahnhofsgeländes überflutet wurden, die Feuerwehr musste ausrücken.

Das bedrohliche Szenario stand für Stadtchef Wolfgang Jörg Gefahr in Verzug fest: „Es gab mehrere Überlegungen für ein Schutzprojekt.“ Letztlich habe man gemeinsam mit der WLV und der Gemeinde Zams beschlossen, einen Schutzdamm bzw. ein Auffangbecken zu bauen. „Da gab es einiges zu regeln. Die benötigten Grund­stücke waren in Privatbesitz, wir mussten sie ablösen.“

Zudem sei das Schutzprojekt eine wesentliche Voraussetzung für den geplanten Erweiterungsbau am städtischen Bauhof. Projektkosten von 400.000 Euro wurden ermittelt, es gab keine Überschreitungen. Der Bund übernahm 50 Prozent, das Land 16 Prozent, Landeck 28 Prozent, die restlichen sechs Prozent kamen aus Zams.

„Wir haben einen 120 Meter langen Damm mit 8000 Kubikmetern Volumen gebaut. Das Retentionsbecken fasst 5000 Kubikmeter“, schildert­e gestern WLV-Koordinator Mathias Huber. Die Wassermenge bzw. der Abfluss im Hengstbach werde auf 0,45 Kubikmeter pro Sekunde dosiert. „Das Projekt ist für ein 150-jähriges Hochwasser konzipiert“, sagte Huber.

„Auch die Gemeinde Zams ist Nutznießer dieses wichtigen Schutzprojekts. Wir sind froh, dass es im guten Einvernehmen der Projektpartner umgesetzt werden konnte“, sagte VBM Josef Reheis am Dienstag.