Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 23.08.2019


Bezirk Imst

Nutzen für Mensch und Tier: Initiative Urkorn im Oberland

Einmal monatlich trifft sich eine lose Gruppe, um das Wissen über alte Kulturpflanzen zu erhalten und weiterzuverbreiten.

Elisabeth Schnegg macht es vor: Aus dem Garten kommen Kräuter und Gemüse. Der Garten ist ein echter "Lebensraum".

© DornElisabeth Schnegg macht es vor: Aus dem Garten kommen Kräuter und Gemüse. Der Garten ist ein echter "Lebensraum".



Von Agnes Dorn

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Imsterberg – Jeden zweiten Dienstag findet ein Treffen der Initiative Urkorn Oberlan­d statt. Seit Oktober 2018 tauschen sich die Teilnehmer über die Vermehrung, Aufzucht und die Verarbeitung von alten Kulturpflanzen aus.

Die Oberländer Gruppe versteht sich als Ableger der Tiroler Initiative Urkorn, die 2001 von Gertrude Messner und Andreas Kreutner gegründet worden war. Zu verschiedenen Themen und an verschiedenen Orten finden jeweils Vorträge, Diskussionen und Exkursionen statt. Nähere Informationen dazu kann man bei Initiator Marco Schernthanner per E-Mail an Urkornoberland@gmail.com erfragen. Beim Monatsstammtisch im August besuchte die Gruppe beispielsweise die Landwirtschaft von Elisabeth Schnegg in Imsterberg, um dort ihren großen und vielfältigen Gemüsegarten näher in Augenschein zu nehmen. Die Kulturpflanzen und Wildkräuter, die Schnegg hier aufzieht, werden auch an ihrem Stand im FMZ Imst verkauft, den sie seit Jahren mit ihrem Mann Johannes an jedem Freitag betreibt.

Dass Schneggs Garten naturnah und mit viel Gespür für Flora und Fauna angelegt ist, sieht und spürt man gleich, wenn man ihn betritt: Die alten Obstbäume dürfen stehen bleiben, auch wenn sie keine Erträge mehr liefern, da sie weiterhin den Vögeln als Nistplätze dienen. Und das „wilde Eck“, das bekanntlich als Lebensraum der Insekten in jedem Garten eigentlich unabdingbar ist, ist bei Schnegg besonders großzügig angelegt. Auch im kleinen Biotop tummeln sich zahlreiche kleine Tiere, die sich hier ungestört wohlfühlen können. In ihrem Garten zieht Schnegg weder schnurgerade Reihen noch Monokulturpflanzen. Ihr Refugium besteht aus lauter „Inseln“, die beerntet werden können. Das passt ganz ins Gesamtkonzept der Landwirtin. Das nächste Treffen des Urkorn-Stammtischs im September findet dann am Hof von David Hechl statt, nähere Informationen dazu gibt’s ebenfalls auf E-Mail-Nachfrage.




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