Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 28.09.2019


Innsbruck-Land

Über 30 Bäume müssen bei Spielplätzen in Zirl weichen

Aus Sicherheitsgründen kommt es auf zwei Spielplätzen in Zirl zu Baumschlägerungen.

Die Sicherheit der Kinder sei oberstes Gebot, sind sich Sachverständiger Alexander Spechtenhauser, David Grißmann (Bauamt), Bauhofvorarbeiter Martin Neuner und Bürgermeister Thomas Öfner (v. l.) einig.

© DomanigDie Sicherheit der Kinder sei oberstes Gebot, sind sich Sachverständiger Alexander Spechtenhauser, David Grißmann (Bauamt), Bauhofvorarbeiter Martin Neuner und Bürgermeister Thomas Öfner (v. l.) einig.



Zirl – „Einen Baum zu fällen, ist heute schon fast ein No-Go“, seufzt BM Thomas Öfner aus Zirl. Dennoch führe manchmal aus Sicherheitsgründen leider kein Weg daran vorbei. So wie im aktuellen Anlassfall: David Grißmann vom Bauamt und Bauhofvorarbeiter Martin Neuner seien mit dem Hinweis auf ihn zugekommen, dass der Baumbestand am Äuele-Spielplatz im Südosten von Zirl sowie am Kalvarienberg von einem Fachmann begutachtet werden sollte. Das Ergebnis wirkt auf den ersten Blick drastisch: Rund 30 Föhren am Äuele-Spielplatz müssen gefällt werden, 140 Bäume bleiben stehen – wovon einige jedoch einen professionellen Pflegeschnitt brauchen. Am Kalvarienberg wurden bereits zwei Bäume entfernt, bei zwei weiteren ist man noch unschlüssig, ob ein Zurückstutzen reicht.

Die meisten betroffenen Bäume am Äuele-Spielplatz seien durch Mistelbefall stark in Mitleidenschaft gezogen, einige würden unter Stammfäule leiden, jedenfalls sei die Standfestigkeit gefährdet, betont Alexander Spechtenhauser vom „Institut für Baumgesundheit“ in Telfs. Rechtlich sei „jeder, der Bäume auf seinem Grundstück hat, dafür verantwortlich, dass von diesen keine Gefahr ausgeht“, erklärt der Experte. Das gelte natürlich auch für Gemeinden.

„Grundsätzlich ist jeder Baum ein Biotop und im ersten Moment erhaltungswürdig“, stellt Spechtenhauser klar. Einzig die „Verkehrssicherheit“ (also, dass die Bäume keinen Dritten gefährden) überwiege – besonders natürlich auf Spielplätzen, „wo die Sicherheitserwartung am allerhöchsten ist“.

Die Notwendigkeit der Schlägerungen – die nächste Woche starten – wolle man bewusst schon im Vorfeld vermitteln, sagt BM Öfner. Er weist darauf hin, dass mit dem Nachsetzen bereits begonnen wurde. Intention der Gemeinde sei es, ein jährliches Baumpflanzprogramm durchzuführen, auch über ein Spendenprojekt (Baumpatenschaften) denke man nach. (md)

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