Letztes Update am Mi, 09.10.2019 07:51

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nordkalifornien

Stromabschaltungen in Kalifornien wegen Waldbrandgefahr geplant

Bis zu 800.000 Kunden in 34 Bezirken des Westküstenstaates könnten in den nächsten Tagen von der Maßnahme betroffen sein. Der Stromanbieter spricht von einer Vorsichtsmaßnahme.

Bei den so genannten Camp-Feuer in Kalifornien verloren im Vorjahr 85 Menschen ihr Leben.

© AFP/EdelsonBei den so genannten Camp-Feuer in Kalifornien verloren im Vorjahr 85 Menschen ihr Leben.



San Francisco – Der US-Energieversorger Pacific Gas & Electric (PG&E) hat für weite Teile Nordkaliforniens eine Abschaltung der Stromversorgung angekündigt. Bis zu 800.000 Kunden in 34 Bezirken des Westküstenstaates könnten in den nächsten Tagen von der Maßnahme betroffen sein, teilte das Unternehmen am Dienstagnachmittag (Ortszeit) mit.

PG&E bezeichnet den Schritt als Vorsichtsmaßnahme wegen einer erhöhten Waldbrandgefahr bei starken Winden, die ab Mittwoch erwartet wurden. Die Stromabschaltungen sollten in der Nacht auf Mittwoch beginnen.

Vorsichtsmaßnahme bei starken Winden

Vorwürfe gegen PG&E wegen schlecht gewarteter Stromleitungen sind nach zahlreichen Großbränden in Kalifornien in den vergangenen Jahren immer wieder laut geworden. Der verheerende Waldbrand in der nordkalifornischen Ortschaft Paradise, der im vorigen November 85 Menschen das Leben kostete, soll durch defekte Stromleitungen ausgelöst worden sein. Starker Wind, warme Temperaturen und eine trockene Vegetation trugen Untersuchungen zufolge dazu bei, dass sich das Feuer extrem schnell ausbreitete.

Das so genannte Camp-Feuer war am frühen Morgen des 8. November ausgebrochen. Mehr als 18.000 Gebäude brannten binnen Stunden aus, darunter fast 14.000 Wohnhäuser. 85 Menschen kamen ums Leben, Zehntausende wurden obdachlos. Es war der Brand mit den meisten Toten in Kalifornien seit Beginn der Aufzeichnungen. Als Folge der Zerstörung von Paradise haben zahlreiche Betroffene Schadenersatzklagen eingereicht. (APA/dpa)