Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 31.10.2019


Tirol

Eiche, Ahorn und Ulme machen Wald klimafit

Das Land Tirol forciert den Aufbau von Mischwäldern.

„Pflanzkreise“ in Lans zeigen, wie die Mischwald-Aufforstung funktionieren könnte: Landesforstdirektor Josef Fuchs, LHStv. Josef Geisler, Hannes Partl (Agrargemeinschaft Lans) und Waldaufseher Georg Kinzner (v. l.).

© Domanig„Pflanzkreise“ in Lans zeigen, wie die Mischwald-Aufforstung funktionieren könnte: Landesforstdirektor Josef Fuchs, LHStv. Josef Geisler, Hannes Partl (Agrargemeinschaft Lans) und Waldaufseher Georg Kinzner (v. l.).



Lans – „Es ist ein Generationenprojekt, das wir hier angehen“, sagt LHStv. Josef Geisler. Gemeinsam mit den Waldbesitzern wolle man das „Gesicht des Tiroler Waldes“ in den nächsten Jahren schrittweise verändern – von Fichtenwald hin zu widerstandsfähigem Mischwald.

Durch die Kombination aus Temperaturanstieg und veränderter Niederschlagsverteilung mit längeren Trockenperioden bekomme die Fichte als Flachwurzler „vermehrt Stress“, erklärt Landesforstdirektor Josef Fuchs. „Sie sendet dann Duftstoffe aus, die sie auch für den Borkenkäfer reizvoller machen.“ Das Land hat daher das Schwerpunktprogramm „Klimafitter Bergwald Tirol“ gestartet. Sein Ziel: Vielfalt statt Einfalt.

Wie das konkret funktionieren kann, zeigt ein Musterprojekt in Lans: Vor allem in Lagen unter 1000 m habe man beobachtet, dass die Fichte (die im Lanser Wald derzeit ca. 70–75 % ausmache) unter Druck gerät, berichtet Hannes Partl, Substanzverwalter der Gemeindegutsagrargemeinschaft Lans. „Wir versuchen daher, bei Aufforstungen Vielfalt hineinzubringen, um den Wald zu stabilisieren.“ Dies erfolge nun nach einem neuen Schema, führt Waldaufseher Georg Kinzner aus: In „Inseln“ mit Wildverbiss-Schutz werden je 20 Bäume – Eichen, Ahorn und Ulmen – gepflanzt. „Wir warten, bis sie zehn bis zwölf Meter hoch sind, dann beginnen wir mit der Pflege.“ Die Hoffnung sei, dass sich der Laubwald in der Folge selbst verjüngt. Rund 1000 Bäume werden in Lans neu gesetzt.

Tirolweit wolle man pro Jahr ca. 1000 Hektar Wald unter 1000 m Seehöhe „klimafit umbauen“, sagt Fuchs. Die Fichte werde zwar die Hauptbaumart bleiben – ihr Anteil solle aber von derzeit 55 % auf bis zu ein Drittel sinken. (md)




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