Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 05.11.2019


Osttirol

Die Stadt Lienz geht dem Schlossteich auf den Grund

Ab heute wird der Teich bei Schloss Bruck geleert und gesäubert, die Fische übersiedeln. Am Boden könnte Überraschendes auftauchen.

Der Schlossteich beherbergt nicht nur viele Enten, sondern auch Kois und Goldfische, deren Herkunft ungeklärt ist. <span class="TT11_Fotohinweis">Foto: Stadt Lienz/Steiber</span>

© Der Schlossteich beherbergt nicht nur viele Enten, sondern auch Kois und Goldfische, deren Herkunft ungeklärt ist. Foto: Stadt Lienz/Steiber



Von Catharina Oblasser

Lienz – Der Teich bei Schloss Bruck in Lienz ist ein beliebtes Ziel für Spaziergänger. Zuletzt rümpften die Besucher aber immer öfter auch die Nase. Das Gewässer ist nämlich Tummelplatz für unzählige Enten, das macht sich am Geruch bemerkbar. Nun will die Stadt den Teich reinigen und vom Schlamm am Grund befreien, wie Bürgermeisterin Elisabeth Blanik erklärt. Damit soll auch der unangenehme Geruch verschwinden. Heute Dienstag wird die Feuerwehr einen Teil des schon recht trüben Teichwassers abpumpen.

Dann kommen die Fische an die Reihe. „Es gibt neben den üblichen Arten wie Forellen oder Karpfen auch Fische, die in unseren Gewässern nicht heimisch sind“, sagt Blanik. „Zum Beispiel Goldfische oder Kois. Wie sie in den Schlossteich gekommen sind, weiß man nicht.“ Am 11. November kommen Vertreter des Fischereiverbandes, um die Tiere herauszuholen. Die heimischen Arten übersiedeln in den Tristacher See, die anderen werden an private Teichbesitzer verschenkt.

Danach wird der Schieber geöffnet, der das restliche Teichwasser in die Isel fließen lässt. Wenn die Schlammschicht am Grund zum Vorschein kommt, könnte es die eine oder andere Überraschung geben. „Wir wissen nicht, wie dick die Schicht ist oder was wir dort finden werden“, meint die Bürgermeisterin. „Wir wissen nicht einmal, wie tief der Schlossteich ist.“ Seit 1961 betreut die Stadtgemeinde den Teich, seit dieser Zeit hat noch nie jemand die Tiefen ergründet, und abgelassen wurde das Wasser auch nie. Umso weniger weiß man darüber, was vor 1961 im oder um den Teich geschehen sein könnte.

Die Schlammschicht wird von einer Erdbewegungsfirma entfernt, sobald sie gefroren ist. Über den Winter bleibt der Teich leer, im Frühjahr wird eine Kiesschicht aufgebracht und Wasser eingefüllt. Auch Fische sollen wieder eingesetzt werden, so Elisabeth Blanik.

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