Letztes Update am Di, 07.08.2012 15:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Natur

Missbrauch: Orden am Zug



Von Brigitte Warenski

Innsbruck, Wien, Graz – 35 Priester – davon fünf in Tirol – sollen trotz Missbrauch und Gewalt gegen Kinder noch unbehelligt in ihrem Amt sein. Das hatte die Plattform „Betroffene kirchlicher Gewalt“ im Juni scharf kritisiert. Österreichs Bischöfe wurden aufgefordert, die Priester – die namentlich genannt wurden – mit sofortiger Wirkung aus ihren Ämtern zu entheben.

Nun hat die Diözese Innsbruck in einem Brief an die Plattform zu den Vorwürfen Stellung genommen. „Wir haben uns umgehend der Sache angenommen, müssen aber feststellen, dass ein Teil der Vorwürfe nicht haltbar ist“, sagt Karin Bauer von der Pressestelle der Diözese Innsbruck. Zwei Priestern wurde laut Bauer bereits „nahegelegt, ihre Ämter zu quittieren und sie sind auch nicht mehr in diesen Ämtern“. Ein Laienmitarbeiter, der Kinder zum Sex gezwungen haben soll, „war nie in einem Dienstverhältnis mit der Diözese“, so Bauer. Was die drei Ordenspriester betreffe, denen ebenfalls sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, „könne man als Diözese nichts tun. Wir haben die Vorwürfe an die Orden weitergegeben, weil wir nicht für sie verantwortlich sind“, erklärt Bauer.

Auch die Diözese Graz-Seckau hat nach eigenen Angaben einige der beschuldigten Priester nicht mehr im Dienst, „weil sich ein Tatverdacht erhärtet“ habe. Andere seien hingegen noch in der Seelsorge tätig, weil es sich nicht um pädophile Missbrauchstäter handle. In Ober- und Niederösterreich seien zwei der von der Plattform genannten Priester nicht mehr im Amt, zwei andere seien zu Unrecht beschuldigt worden. Man überlege sich zivilrechtliche Schritte gegen die Anschuldigungen, heißt es.




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