Letztes Update am Do, 08.11.2012 11:52

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Natur

Startsignal fürs E-Ticket

Tirol will bei der elektronischen Fahrkarte für Öffis Vorreiter sein



Von Christoph Mair

Innsbruck – Ein Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel im Land und eine kilometergenaue Abrechnung. Das ist, im Gegensatz zu Südtirol, hierzulande noch Zukunftsmusik. Allerdings eine, bei der das Land Tirol den Takt vorgeben will. Schon im kommenden Jahr soll ein Pilotprojekt zum E-Ticketing (elektronisches Ticket) starten, kündigten LH Günther Platter und sein Stellvertreter und Nahverkehrsreferent Anton Steixner (beide VP) am Dienstag an, nachdem die Regierung einen entsprechenden Beschluss gefasst hatte.

In einer noch zu bestimmenden Modellregion – Name wurde keiner genannt – sollen die Nutzer von Bus und Bahn schon im kommenden Jahr mit dem E-Ticket unterwegs sein. Berührungslos, ähnlich wie bei Skiliften, werden die Fahrgäste erfasst, der Fahrpreis genau nach gefahrenen Kilometern berechnet und abgebucht. „Das ist ehrlicher und gerechter“, nannte Steixner einen ersten Vorteil des neuen Systems. Weiters ließe sich die Karte auch mit touristischen Angeboten kombinieren.

Für Vielfahrer soll es einen Bonus geben, stellte LH Platter in Aussicht. Wie dieser aussehen könnte bzw. wie viel ein Kilometer im neuen System kosten wird, darauf wollte sich die Regierungsspitze noch nicht festlegen. Nur so viel: „Das System wie in Südtirol können wir nicht finanzieren“, stellte Steixner klar. Südlich des Brenners kostet der Südtirol-Pass maximal 640 Euro, mit zunehmender Kilometerleistung wird die Öffi-Nutzung billiger, ab 20.000 Kilometer im Jahr gratis.

Kosten soll das Pilotprojekt vier Millionen Euro. Vage blieb Steixner auch bei der Frage, bis wann und zu welchem Preis Tirol mit einem flächendeckenden E-Ticket-System ausgerüstet sei. Das werde zwei bis drei Jahre dauern, die Kosten seien noch nicht abzuschätzen.

Früher, nämlich im nächsten Schuljahr soll es bereits ein eigenes kostengünstiges tirolweites Jugendticket geben, kündigte Steixner an. Zwar werde es nicht um 60 Euro wie im Osten Österreichs machbar sein. „Aber wenn es knapp unter hundert Euro kostet, können wir zufrieden sein“, sagte Platter. Hier will er besonders den Bund in die Pflicht nehmen, weil Tirol im Vergleich zu östlichen Bundesländern bei der Abgeltung der Schülerfreifahrt benachteiligt werde. Auch für Senioren sei ein „günstiges Ticket“ in Planung, das in den nächsten Monaten präsentiert werden soll.




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