Letztes Update am Fr, 25.01.2013 12:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Unterland

Muren und Überschwemmungen hielten Feuerwehren auf Trab

In Kufstein und Kitzbühel mussten die Einsatzkräfte am Samstag nach heftigen Niederschlägen mehrfach ausrücken. Mehrere Nebenverkehrswege wurden vermurt, Häuser mussten evakuiert werden.

© ZOOM-TIROLDie Einsatzkräfte mussten am Samstag im Unterland vermehrt ausrücken.



Kufstein, Kitzbühel – Heftige Niederschläge und die einsetzende Schneeschmelze haben am Samstag im Tiroler Unterland für zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. Vor allem in den Bezirken Kufstein und Kitzbühel mussten die Einsatzkräfte bereits in den frühen Morgenstunden mehrfach ausrücken. In beiden Bezirken traten kleinere Bäche über die Ufer. Weiters gab es überflutete Felder und Keller „en masse“, wie die Kitzbüheler Exekutive TT.com berichtete. In Innsbruck stand der Flugverkehr wetterbedingt für zwei Stunden still.

Im Bezirk Kitzbühel wurden mehrere Gemeindestraßen – etwa in Westendorf, Oberwindau und Oberndorf Rißberg – vermurt. Auch im Bezirk Kufstein hatten die Freiwilligen Feuerwehren – insbesondere Schwoich, Ebbs, Wörgl, Thiersee und Münster – allerhand damit zu tun, Verkehrswege von Regen- und Schlammmassen zu befreien. Die Hauptverkehrswege blieben laut Polizei in beiden Bezirken großteils frei befahrbar.

Mehrere Häuser evakuiert, Bach riss Brücke mit

Einzig die Grafenweger Landesstraße L41 zwischen Niederau und Hopfgarten musste nach einem Murenabgang bei Hopfgarten gesperrt werden (siehe Fotostrecke). Verletzt wurde niemand, zwei angrenzende Wohnhäuser wurden aber vorsichtshalber evakuiert, da mit weiteren Erdrutschen gerechnet werden musste. Ein Landesgeologe war vor Ort, um die Lage zu beurteilen. Am Sonntagvormittag konnten die Bewohner wieder zurück in ihre Häuser. Die Straßensperre bleibt voraussichtlich bis Mitte der Woche aufrecht.

Auch in Niederndorferberg bei Kufstein mussten mehrere Personen aus zwei Gebäuden vorübergehend evakuiert werden. Ein Hangrutsch in der Größe eines halben Fußballfeldes bedrohe eine Tischlerei und ein angrenzendes Haus massiv, berichtete der Bezirksfeuerwehrverband Kufstein. Das Betriebsgebäude wurde im ersten Stock und im Erdgeschoß erheblich beschädigt. „Der Hang ist derzeit stabil“, erklärte Bezirksfeuerwehrinspektor Stefan Winkler der APA. Um ihn zu entlasten, wurde mit einem Bagger eine Querrinne gegraben.

In Rettenschöss riss in den Morgenstunden eine Mure im Ortsteil Primau die Landesstraße L44 zur Hälfte weg. Die Straße bleibt noch für einige Tage unpassierbar. Rettenschöss ist über Walchsee oder Niederndorferberg erreichbar.

In Schwoich (Bezirk Kufstein) rissen die Wassermassen des Schwoicher Bachs im Bereich der so genannten „Wöhrer Siedlung“ die Brücke zu einem Wohnhaus mit sich. Dabei wurde auch die angrenzende Straße schwer beschädigt. Für den bereits fertiggestellten Teil der örtlichen Hochwasserverbauung war der Starkregen eine erste Bewährungsprobe: die Wassermassen konnten problemlos abfließen.

Flieger konnten nicht landen

Auch im Flugverkehr sorgten die Wetterbedingungen für Behinderungen. Der Flughafen Innsbruck war ab neun Uhr Früh für die Dauer von zwei Stunden nicht anfliegbar, wie Betriebsleiter Marco Pernetta berichtete. Insgesamt seien fünf Maschinen betroffen gewesen, die schließlich in München zwischengelandet seien. Zwei der Flugzeuge seien schließlich am späten Vormittag am Innsbrucker Flughafen gelandet. Die Passagiere der drei anderen Maschinen seien mit Bussen von München nach Innsbruck bzw. von Innsbruck nach München gebracht worden. Seit 11 Uhr sei es aber wieder „ein ganz normaler Samstag, an dem etwa 10.000 Passagiere erwartet werden“, so Pernetta. (ema)




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