Letztes Update am Di, 23.04.2013 12:47

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Natur

Das große Laufen für die Parteien

Hunderte Helfer sind im Endspurt des Landtags-Wahlkampfes im Einsatz. Sie arbeiten teils unentgeltlich, teils bezahlt.



Von Alexandra Plank und Liane Pircher

Innsbruck – „Die richtige Wahl“ prangt auf der gelben Jacke von Simone Schmiderer. Die 24-Jährige bringt für die ÖVP mit einem charmanten Lächeln die Wahlwerbung an den Mann oder die Frau. Daneben steht David Pfister, der das Gleiche für die Grünen tut, und auch er ist überzeugt, dass die Partei, für die er sich die Füße in den Bauch steht, die richtige Wahl ist.

Die Passanten nehmen die Zettel teils reflexartig im Vorbeihasten an, teils ignorieren sie die jungen Wahlhelfer. Andere wiederum nehmen sich Zeit für eine Diskussion über die politische Lage im Land. David Pfister ist 21 Jahre alt, Student und mit Begeisterung dabei. Der Student zählt zum erweiterten Gemeinderatsclub in Innsbruck. „Ich bemerke eine sehr gute Grundstimmung bei den Leuten. Sie stellen Fragen und es entspinnen sich interessante Gespräche“, erzählt Pfister. Er bekommt für seinen Einsatz, der in etwa 16 Stunden pro Woche beträgt, keinen Obolus. Bei den Grünen gibt es tirolweit sieben bezahlte Wahlhelfer, die 980 Euro brutto für 18 Stunden erhalten. Diese arbeiten im Büro mit oder helfen, die vielen freiwilligen Wahlhelfer auf den Straßen zu organisieren.

Die Tiroler Volkspartei hat laut Pressesprecher Manfred Ladstätter rund 30 Wahlhelfer, die angemeldet sind und nach geleisteten Stunden bezahlt werden. „Vor allem aus versicherungstechnischen Gründen“, wie Gemeinderat Lorenz Jahn erklärt. „Mit einem Stundensatz von 8 Euro werden die Helfer sicher nicht ausgebeutet“, so Jahn. Schmiderer ist ebenfalls Studentin, bei der Jungen ÖVP und war schon 2008 und bei den Innsbrucker Gemeinderatswahlen als Wahlhelferin im Einsatz. Extra für die Landtagswahl angestellt hat die SPÖ drei Wahlhelfer. Auf den Straßen unterwegs sind viele andere unentgeltlich: „Das sind Funktionäre, Kandidaten, Freiwillige, die sich gemeldet haben – allein in Innsbruck um die 70 Leute“, sagt Harald Mimm von der Landesgeschäftsführung. So hätten diese allein an einem Vormittag 1314 „rote“ Infopakete in Innsbruck verteilt. Vorher wurden alle einzeln per Hand geschnürt.

Bei „Vorwärts Tirol“ und der FPÖ gibt es ebenfalls einige wenige angestellte Wahlhelfer, die Masse arbeitet aber auch hier aus Überzeugung für „die Sache“.

Der Bürgerklub Tirol rund um Fritz Gurgiser arbeitet mit den „eigenen Leuten“. Massive Schranken sind den kleinen Parteien gesetzt, wenn es um Wahlhelfer geht: „Unser Budget ist mit 6000 Euro knapp, von Wien hilft uns eine Handvoll Genossen“ heißt es etwa seitens der KPÖ. Die einzelnen Wahlhelfer selbst haben jedenfalls nur wenige Berührungspunkte: „Jeder läuft für seine Partei. Zu politischen Diskussionen kommt es nicht“, sagt Simone Schmiderer.




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