Letztes Update am Sa, 01.02.2014 07:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Natur

Tirol nominiert im Herbst Isel als Natura-2000-Schutzgebiet

Umweltminister Rupprechter will keine Verzögerungen mehr bei Schutz-gebietsausweisungen, für LHStv. Ingrid Felipe steht die Isel an erster Stelle.



Innsbruck – Den Handlungsspielraum für die Ausweisung von Schutzgebieten und Lebensraumtypen gibt die Europäische Union vor. Österreich war in den vergangenen Jahren bei der Nominierung von Natura-2000-Schutzgebieten säumig, in zwei Etappen soll das 2014 und 2015 nachgeholt werden. Das war das Ergebnis der Naturschutzreferenten-Konferenz am Donnerstag und Freitag in Innsbruck. Wie viele der von der EU eingemahnten 150 auszuweisenden Schutzgüter, davon rund 28 in Tirol, tatsächlich nachnominiert werden, legen die Länder in den nächsten Monaten fest.

Neo-Umweltminister Andrä Rupprechter (VP) drängt jedenfalls auf die Einhaltung der EU-Vorgaben und gab offen zu, dass es Verzögerungen gegeben und man in der Vergangenheit die Zügel vielleicht „etwas zu lasch gelassen“ habe. Die Gastgeberin des Treffens, Tirols Naturschutzreferentin LHStv. Ingrid Felipe, forciert einen integrativen Ansatz. Neben der intensiven fachlichen Abklärung, welche Gebiete überhaupt schützenswert sind, will sie die Vorschläge unter Einbindung der Grundeigentümer und Nutzer vornehmen.

Für welche Tiroler Regionen liegen bereits gut ausgewertete Expertisen vor? Hier lässt Felipe keine Zweifel aufkommen und spricht davon, dass die Isel und ihre Zubringerflüsse in Osttirol bereits im Herbst von Tirol als Natura-2000-Gebiet vorgeschlagen werden. An der Isel und am Tauernbach sind jedoch mehrere Kraftwerke geplant. „Mit der Unterschutzstellung setzen wir ein Ausrufezeichen, aber das heißt nicht, dass wir die Gebiete unter eine Käseglocke geben“, ergänzt die Umweltreferentin. In den Verfahren gebe es allerdings klare Vorgaben. In Tirol sind derzeit insgesamt 74 Schutzgebiete ausgewiesen, in den alpinen Regionen kommen 50 Prozent der Schutzgüter vor.

Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (VP) übte gestern bereits Kritik an neuen Natura-2000-Gebieten. „Schutzgebiete sichern weder Arbeit noch Einkommen“, sagte sie und forderte ein Vorgehen mit Augenmaß.


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