Letztes Update am Fr, 14.03.2014 06:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Natur

Brandgefährliche Situation in Tirols Wäldern

Die lang anhaltende Trockenperiode erhöht die Waldbrandgefahr in Nordtirol massiv. Experten rufen vermehrt zur Vorsicht auf.



Von Katharina Zierl

Innsbruck – Am Mittwoch hatten Waldbrände in Vomperbach und Vill von Tirols Feuerwehren vollen Einsatz gefordert. Und erst gestern Nachmittag geriet eine Wiese in Wenns in Brand, weil ein 53-Jähriger bei Holzarbeiten nebenbei eine Zigarette in das trockene Gras warf. Der Mann konnte das Feuer nicht allein löschen, die alarmierte Feuerwehr brachte den Brand auf einer Fläche von rund 50 Quadratmetern unter Kontrolle. „Derzeit besteht sicher erhöhte Waldbrandgefahr. Nach längeren Trockenperioden ist die Situation immer kritisch“, betont Tirols Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl. Der März sei generell „ein schwieriger Monat“. Die Wiesen seien noch nicht grün und die Feuchtigkeit sei gering, sagt Hölzl.

Auch Christian Schwaninger von der Abteilung Waldschutz des Landes spricht von einer „erhöhten Gefahr“ gegenüber anderen Jahren: „Das Frühjahr ist generell die kritischste Zeit. Hinzu kommt noch, dass wir in Nordtirol einen schneearmen Winter hatten.“

Gerade an sonnigen Tagen, die zu Spaziergängen und Wanderungen einladen, sei Vorsicht geboten, betont der Landesfeuerwehrkommandant: „Es ist wichtig, die Menschen zu sensibilisieren. In vielen Fällen sind Zigarettenstummel, die nicht richtig ausgelöscht wurden, die Ursache für einen Waldbrand.“

Vielen sei zu wenig bewusst, „wie schnell etwas passieren kann“, sagt Schwaninger und ruft daher alle Naturfreunde dazu auf, bei Waldbesuchen Zigaretten sowie offenes Feuer zu vermeiden. „Bei massiver Gefährdung sprechen wir für bestimmte Gebiete auch ein Betretungsverbot aus“, betont der Experte. Ganz verhindern ließen sich Waldbrände aber nie. „Es reicht schon eine Glasscherbe, die zur Selbstentzündung führen kann. Dazu kommen dann noch Fälle von Brandstiftung“, sagt Schwaninger. Falle am Wochenende der prognostizierte Regen, würde sich die Situation wieder etwas entspannen.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Was die Finanzierung der Hubschrauberlöscheinsätze betrifft, sitzen die Gemeinden inzwischen nicht mehr auf dem Trockenen. Noch vor einiger Zeit warteten Kommunen, die von Waldbränden betroffen waren, insgesamt auf eine Million Euro, weil sie die Kosten für die privaten Löschaktionen zunächst selbst übernahmen und das zuständige Ministerium sich mit der Rückzahlung Zeit ließ – die TT berichtete.

„Mittlerweile ist die Vorgangsweise anders. Die Gemeinden müssen die Kosten auch vorübergehend nicht mehr übernehmen. Die privaten Hubschrauberbetreiber stellen die Rechnung an das Ministerium, bekommen aber in vielen Fällen nicht sofort alles bezahlt“, erklärt Hölzl, der diesbezüglich vor einigen Tagen in Wien beim Ministerium nachhakte. „Die Gespräche laufen. Es muss künftig eine einheitliche Regelunge gefunden werden, wie die Verrechnung ablaufen soll“, sagt der Landesfeuerwehrkommandant.

Gerade bei Waldbränden größeren Ausmaßes müsse man rasch handeln. „Das Bundesheer hat nicht so viele Hubschrauber, die noch dazu schnell abrufbar sind. Und wenn wir bei einem Großeinsatz eben dringend drei bis vier Helikopter gleichzeitig brauchen, müssen die Privaten einspringen. Bekommen sie ihr Geld aber nicht schnell, besteht die Gefahr, dass sie abspringen. Das gilt es auf jeden Fall zu verhindern“, betont Hölzl.