Letztes Update am Mo, 11.08.2014 14:14

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Natura 2000“-Schutzgebiet

Anti-Natura-Demonstranten empfingen LH Platter in Osttirol

Beim Treffen von LH Platter mit den Osttiroler Bürgermeistern protestieren „Natura 2000“-Gegner vor dem Aineter Gemeindeamt. Der September-Termin für die Nominierung dürfte nicht halten.



Ainet – Das Tauziehen um jene Gebiete an der Osttiroler Isel, die unter den Schutz des EU-Programms „Natura 2000“ gestellt werden sollen, geht weiter. Am Montagvormittag trafen sich LH Günther Platter und LHStv. Josef Geisler (beide ÖVP) im Aineter Gemeindeamt mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden. Viele von ihnen stehen Natura 2000 skeptisch gegeüber und fürchten, dass durch die Unter-Schutz-Stellung keine wirtschaftliche Entwicklung – insbesondere Kraftwerke – mehr möglich ist. Knackpunkt ist die Frage, wie viele, wie große und welche Gebiete genau für „Natura 2000“ ausgewiesen werden müssen.

In Ainet erteilte LH Platter dem Ausweisungs-Vorschlag, den LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) vor Kurzem präsentiert hatte, eine Absage. „Dieser Vorschlag scheint mir sehr großzügig zu sein. Wir werden weiter mit Experten beraten.“ Laut Platter müsse der Ausweisungsvorschlag einerseits vor der EU halten, aber andererseits auch eine positive Entwicklung in Osttirol möglich machen. Zuvor sollen jedoch die Bürgerinnen und Bürger der betroffenen Gemeinden eingehend informiert werden, und das braucht Zeit. Deshalb dürfte der Nominierungstermin bei der EU, der stets mit Mitte September angegeben war, nicht halten. „Ob wir bis September oder Ende Oktober brauchen, spielt keine Rolle. So viel Spielraum haben wir“, sagten Platter und Geisler.

Auf die beiden Regierungsmitglieder warteten in Osttirol aber auch nicht eingeladene Gäste. Vor dem Gemeindeamt demonstrierten etwa 25 Personen aus dem Iseltal gegen die Ausweisung ihrer Gemeinden als Natura-2000-Gebiet. Auf ihren Plakaten sprachen sie von „grüner Diktatur“ und forderten mehr Arbeitsplätze statt „Retter-Wahn“. (co)