Letztes Update am Fr, 26.09.2014 07:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Natur

Hege und Pflege für Bergwald

Freiwillige haben rund um die Höttinger Alm geschuftet und geschwitzt, um den Innsbrucker Wald durch- und aufzuforsten.



Von Denise Daum

Innsbruck – Unter der Aufsicht von Frau Hitt haben diese Woche neun Freiwillige aus Deutschland, Österreich und Luxemburg ihren Tag auf der Höttinger Alm begonnen. Unter der Aufsicht von Roland Noichl von der Landesforstorganisation haben sie Tag für Tag den Nordketten-Bergwald gepflegt und gehegt. Heute geht das Projekt „Höttinger Alm“ des Oesterreichischen Alpenvereins zu Ende. Mit Zufriedenheit und Stolz können die Teilnehmer auf die getane Arbeit blicken.

Ausgestattet mit Motor- und Handsägen sowie Äxten unternahmen die Helferinnen und Helfer zwischen 21 und 71 Jahren Erstdurchforstung unterhalb der Höttinger Alm und haben Äste und Wipfel weggeräumt. Gestern Donnerstag wurde die Arbeit am Rastlboden abgeschlossen. Hier haben die Freiwilligen kräftig aufgeforstet. „Die Idee ist, eine Mischwaldzelle im Nahraum der Stadt zu schaffen, in der Hoffnung, dass die Bäume sich weiter ausbreiten“, erklärt Noichl.

Heute Freitag steht zum Abschluss der Projektwoche noch einmal Schwerstarbeit auf dem Programm. Es geht an den Abbau von alten Lawinenverbauungen, die bereits seit 70 Jahren stehen. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer müssen neben Trittsicherheit auch ihre Schwindelfreiheit unter Beweis stellen. „Das ist eine recht wilde Arbeit, weil das Gelände sehr steil ist. Der Abbau ist aber dringend notwendig, da mittlerweile die Bäume gewachsen sind und wieder Wald da ist“, erklärt Noichl. Die Verbauung nimmt den Bäumen wertvollen Platz zum Wachsen weg.

Unterstützt wird das Projekt von der Stadt Innsbruck, dem Landesforstdienst Tirol und dem Tiroler Forstverein. Vizebürgermeister Christoph Kaufmann betonte bei einem Lokalaugenschein gestern die Wichtigkeit der Aufforstung. „Für das Siedlungsgebiet ist das lebensnotwendig“, sagte Kaufmann und bedankte sich bei den engagierten Freiwilligen für ihren Arbeitseinsatz.

Peter Kapelari vom Oesterreichischen Alpenverein sieht derartige Projekte als „Lobbying für den Wald. Es ist erfreulich, wie viele Menschen sich für den Wald engagieren wollen. Innerhalb kürzester Zeit sind die Projektwochen ausgebucht.“