Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 21.11.2016


Bezirk Landeck

Bagger räumen 175.000 m³ Geschiebe aus der Sanna

Die September-Muren haben das Flussbecken kräftig erhöht. Derzeit sind 24 Lkw und 16 Bagger im Einsatz, die Kosten liegen bei 1,7 Mio. Euro.

© WenzelDie Sanna bei Grins/Graf: Die Arbeiten mit Kosten von 1,7 Mio. Euro dauern bis ins Frühjahr 2017.



Von Helmut Wenzel

Landeck, Grins, Pians – Auf den Bergrücken der Lechtaler Alpen fehlen mehr als 200.000 Kubikmeter Schotter. Das Geschiebe, das mit den Muren vom 10. September in die Sanna gelangte, hat ein Volumen von rund 175.000 Kubikmetern. Zu dieser Berechnung kommt das Baubezirksamt Imst, Abteilung Wasserwirtschaft, unter der Leitung von Thomas Walch.

Anders ausgedrückt: Das Volumen entspricht einem 56x56x56 Meter großen Würfel. Oder bis zu 15.000 Fuhren für einen Dreiachser-Lkw.

12. September 2016, unweit der Mühlbach-Mure: Wegen der großen Geschiebe-Mengen im Flussbecken waren einige Häuser am Ufer gefährdet.
- Wenzel

Die Räumung der Sanna von Pians bis zur Mündung in den Inn ist „ein erster wesentlicher Schritt im Sanna-Sicherheitspaket“, das die Abteilung Wasserwirtschaft sowie die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) ausarbeiten. Vertreter beider Institutionen bestätigten die gemeinsame Vorgangsweise.

Allein die Senkung des Flussbeckens auf einer Länge von 4,5 Kilometern bzw. die Materialtransporte bescheren Kosten in Höhe von rund 1,7 Mio. Euro. Der Bund zahlt 50 Prozent, das Land steuert 40 Prozent bei, die restlichen zehn Prozent müssen die Gemeinden berappen.

Laut Walch sind derzeit 24 Lkw, 16 Bagger und drei Walzen im Einsatz. „Die Aufträge sind durchwegs an heimische Firmen vergeben worden“, schildert der Abteilungsleiter. Von den 175.000 Kubikmetern Geschiebe können 25.000 Kubikmeter auf Grund der Materialqualität wiederverwertet werden. Der Rest muss per Lkw auf Deponieflächen in Perfuchsberg (Landeck) sowie in Pians und Graf (Grins) transportiert werden.

Wie sich vor einem Jahr beim Perjentunnel II gezeigt hat, sind genehmigte Deponien im Bezirk alles andere als ausreichend vorhanden. Bezirkshauptmann Markus Maaß weiß das am besten: „Deponieflächen zu pachten und auszuweisen ist oft eine mühsame Sache mit den Grundbesitzern. In Zeiten, in denen derartige Flächen nicht benötigt werden, fragen manche, ob wir nicht richtig ticken.“ Wenn dann plötzlich großer Bedarf herrscht, so wie in Zusammenhang mit dem Sanna-Geschiebe, handle sich die Behörde den Vorwurf ein, keine Vorsorge getroffen zu haben.

„Fest steht, dass die Bezirkshauptmannschaft Landeck die Behördenverfahren mit den Deponien rasch abgewickelt hat“, schilderte Walch. Den betroffenen Gemeinden, die eine Geschiebe-Deponie „schlucken“ müssen, dankte er für die gute Zusammenarbeit. Auch die Straßenmeisterei Zams steuert eine Dienstleistung bei – sie sorgt für die laufende Reinigung der betroffenen Straßenabschnitte und unterstützt die Regelung des Verkehrsablaufes.

Eine gute Nachricht gibt es seit wenigen Tagen für Pians: Die Wildbach- und Lawinenverbauung arbeitet an einem „Lattenbach-Sicherheitsprojekt“, wie Tirol-Chef Siegfried Sauermoser schilderte. Vorangegangen seien Besprechungen mit der Gemeinde. Die untere Lattenbach-Brücke soll abgetragen und an anderer Stelle neu gebaut werden.