Letztes Update am Mi, 05.07.2017 14:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Unfall

13 Tote bei Fabrikunfall in Bangladesch

Der Betreiber der Textilfabrik ließ laut Behörden einen defekten Heizkessel nicht austauschen. Ermittlungen gegen zehn Verdächtige wurden eingeleitet.

Die Explosion in der Fabrik hat Wände und ein Dach zum Einsturz gebracht.

© APA/AFP/MUNIR UZ ZAMANDie Explosion in der Fabrik hat Wände und ein Dach zum Einsturz gebracht.



Dhaka – Bei der Explosion eines Heizkessels in einer Textilfabrik in Bangladesch sind laut einer abschließenden Bilanz 13 Menschen ums Leben gekommen. Wegen des Vorfalls in einem Vorort der Hauptstadt Dhaka seien gegen etwa zehn Verdächtige Ermittlungen eingeleitet worden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

Der 15 Jahre alte Boiler war trotz Sicherheitsmängeln nicht ausgetauscht worden, wie Ziaul Hoque von der zuständigen Behörde sagte. Mitarbeiter der Fabrik sagten, sie hätten Probleme mit dem Heizkessel immer wieder gemeldet - ihre Warnungen seien aber nicht beachtet worden.

Bei der Explosion in der Nacht auf Montag (Ortszeit) waren wegen der Feierlichkeiten zum Abschluss des islamischen Fastenmonats Ramadan nur wenige der 5.000 Mitarbeiter in dem Gebäude. Der Fabrikbesitzer gab den Behörden die Schuld für den Unfall, bei dem ein Teil des sechsstöckigen Hauses einstürzte.

Der Chef der Betreibergesellschaft Multifabs, Mahiuddin Faruqui, sagte, er habe die Behörden um Erlaubnis gebeten, einen neuen Heizkessel zu installieren. Doch wegen der Feiertage habe er niemanden erreichen können.

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Die Textilindustrie ist ein wichtiges Standbein der Wirtschaft in Bangladesch. In vielen Fabriken des südasiatischen Landes ereignen sich wegen mangelnder Sicherheitsbedingungen immer wieder Arbeitsunfälle - nur wenige hundert der insgesamt 4.500 Textilfabriken des Landes gelten als sicher.

Im April 2013 war unter dem Gewicht mehrerer illegal aufgestockter Etagen die Textilfabrik Rana Plaza eingestürzt. Dabei kamen mehr als 1.100 Menschen ums Leben.

Internationale Markenunternehmen, Einzelhändler und internationale Gewerkschaftsverbände hatten am 29. Juni die Verlängerung des sogenannten Bangladesh Accord bis zum Jahr 2021 beschlossen. Damit soll die Sicherheit der Mitarbeiter und der Brandschutz in Bangladeschs Textilfabriken verbessert und von unabhängigen Inspektoren überwacht werden. (APA/AFP)




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