Letztes Update am Mi, 26.07.2017 14:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


An der Grenze zu Tirol

Mysteriöser Leichenfund in Südtirol: War es ein Flüchtling?

Eine stark verweste Leiche wurde am Montag unterhalb des Zieljöchls bei Pfelders in Südtirol gefunden. Der auf rund 2300 Metern aufgefundene Tote stellt die Behörden seitdem vor ein Rätsel. Laut Medienberichten könnte es sich um einen Flüchtling auf dem Weg nach Tirol gehandelt haben.

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Pfelders, Innsbruck - Nur mit einem T-Shirt, einer Trainingshose und Turnschuhen bekleidet war ein Mann, dessen Leiche am Montag unterhalb des Zieljöchls bei Pfelders in Südtirol aufgefunden wurde. Die Hintergründe des Fundes stellen die italienischen Behörden vor ein Rätsel.

Warum der Mann den Tod fand ist noch unklar. Ein Fremdverschulden und ein Unfall können jedoch schon ausgeschlossen werden. Gestorben sein dürfte er vor anderthalb bis zwei Monaten, berichtet die Tageszeitung Dolomiten am Mittwoch.

"Er könnte Ende Mai erfroren sein. Damals gab es einige extrem kalte Nächte", sagt Patrick Ennemoser von der Bergrettung Pfelders. Jedoch könne auch ein medizinischer Notfall - ein Herzinfarkt oder ähnliches - nicht ausgeschlossen werden.

Toter trug keine Dokumente bei sich

Auch wer der Tote war und woher er kam, er trug keine Dokumente bei sich, ist Gegenstand der Ermittlungen. Laut dem Bericht könnte es sich bei dem Unbekannten um einen Flüchtling handeln, der versucht hat über die Bergroute Österreich zu erreichen. Der Fundort der Leiche liegt in der Nähe des Timmelsjochs auf 2300 Metern, nur wenige hundert Meter Luftlinie von der Grenze zu Tirol entfernt. "Vermisst wird in unserer Gemeinde derzeit jedenfalls niemand", erklärt Bergretter Ennemoser gegenüber den Dolomiten.

Wegen des starken Verwesungsgrades sei man nicht mehr im Stande gewesen die Hautfarbe des Mannes festzustellen. Deshalb wurde eine Obduktion anberaumt, die am Mittwoch oder Donnerstag stattfinden soll. (TT.com)