Letztes Update am Sa, 16.09.2017 20:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Reutte

Taucher im Plansee ertrunken: Wasserrettung barg Leiche

Am zweiten Tag der Suche nach einem untergegangenen Taucher im Plansee hat die Wasserrettung eine männliche Leiche aus 41 Metern Tiefe geborgen.

© Zeitungsfoto.atWasserretter am Plansee im Bezirk Reutte.



Breitenwang – Nach einer großangelegten Suchaktion im Plansee konnte am Samstagnachmittag nur noch die männliche Leiche eines vermissten Tauchers geborgen werden. Taucher der Wasserrettung hatten den leblosen Körper am Samstag kurz vor Mittag in einer Tiefe von rund 41 Metern aufgespürt. Nach einer Tauchpause konnte der Vermisste dann gegen 13.30 Uhr geborgen werden. Drei Taucher holten den Mann an die Wasseroberfläche, wo zur Unterstützung drei Boote der Wasserrettung warteten.

Bis Mitternacht wurde nach dem Vermissten gesucht.
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Laut Polizei dürfte es sich bei dem Todesopfer um einen 47-jährigen Deutschen handeln. Eine Obduktion wurde angeordnet. Weitere Erhebungen sind noch im Gang.

Auch ein Sonargerät und ein Tauchroboter kamen zum Einsatz.
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Mehrere Zeugen beobachteten Untergang

Gleich mehrere Anrufe waren am Freitag gegen 16 Uhr bei der Polizei eingegangen: Die Augenzeugen meldeten unabhängig voneinander, dass sie auf Höhe des Hotels Forelle im Plansee einen Taucher beobachtet hatten, dessen Hilferufe über den See zu hören gewesen waren. Danach sei er untergegangen und nicht mehr aufgetaucht.

Auch ein Sonargerät und ein Tauchroboter kamen zum Einsatz.
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Auch ein Sonargerät und ein Tauchroboter kamen zum Einsatz.
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Sofort startete eine Suchaktion von Wasserrettung, Feuerwehr und Polizei. Im Nahbereich des Ufers entdeckte die Exekutive ein unversperrtes Auto und Teile einer Taucherausrüstung. Die Ermittlungen ergaben, dass der Deutsche alleine zu einem Tauchgang aufgebrochen sein dürfte.

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Unterdessen schallten die Wasserretter aus Reutte und Innsbruck den Grund mit einem Sonargerät ab. „An der Stelle, an der der Taucher vermutlich untergegangen ist, herrscht eine Wassertiefe von 60 bis 70 Metern. Wir haben gestern auch einen Tauchroboter eingesetzt, der alles abgesucht hat“, erklärte der Sprecher der Tiroler Wasserrettung, Konrad Kirchebner. Zusätzlich tauchten die Mannschaften das Gebiet bis zu einer Tiefe von rund 40 Metern ab. Insgesamt waren 20 Wasserretter vor Ort.

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Suche seit Samstag Früh erneut begonnen

Gegen 24 Uhr musste die Suche dann erfolglos abgebrochen und auf Samstag verschoben werden. Ab 8 Uhr Früh waren die Retter dann wieder vor Ort. Am Einsatzort herrschte in der Früh schlechtes Wetter. „Das macht uns insofern zu schaffen, als dass mehr Schwebstoffe im Wasser sind. In den ersten fünf bis zehn Metern könnte es also Veränderungen bei der Sicht geben. Weiter unten wird das schlechte Wetter weniger Einfluss haben“, so der Wasserretter.

Kurz nach 10.30 Uhr kam dann trotz der widrigen Verhältnisse die erste Erfolgsmeldung: Taucher hatten den Vermissten aufgespürt. Sie mussten dann aber eine Stunde pausieren, bevor sie mit dem nächsten Tauchgang starten konnten. Dann ging alles sehr schnell. Binnen von 30 Minuten hatten die drei Taucher den leblosen Körper an die Oberfläche gebracht und den Kollegen in den Rettungsbooten übergeben. Er wurde zur Obduktion in die Gerichtsmedizin überstellt. (rena)

Die Wasserrettung hat vor Ort ein Einsatzkommando eingerichtet.
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