Letztes Update am Mo, 09.10.2017 14:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tunesien

Kollision zwischen tunesischem Schiff und Flüchtlingsboot

An Bord des Flüchtlingsschiffes sollen sich rund 70 Migranten befunden haben. 20 werden noch vermisst.

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Rom – Bei einer Kollision zwischen einem tunesischen Militärschiff und einem Flüchtlingsboot sind am Montag laut italienischen Medienberichten mehrere Menschen ums Leben gekommen. Acht Leichen wurden geborgen, aber rund 20 Menschen werden noch vermisst.

Das Unglück ereignete sich in der Nacht auf Montag in maltesischen Gewässern nicht weit von den tunesischen Kerkennah-Inseln entfernt. Das Flüchtlingsschiff hatte rund 70 Migranten an Bord. Infolge des Zusammenpralls mit dem tunesischen Militärschiff sei das Boot gekentert und gesunken, hieß es. Rund 45 Migranten konnten aus dem Wasser gerettet werden.

Schiffe der italienischen Küstenwache eilten den Flüchtlingen zur Hilfe. Auch ein Schiff der italienischen Marine war am Montag vor Ort im Einsatz. Die Rettungsaktion wurde von den maltesischen Behörden koordiniert, hieß es in Rom. Das tunesische Verteidigungsministerium leitete eine Untersuchung über die Ursachen des Unglücks ein, die zunächst unklar war.

Nicht ausgeschlossen wurde, dass die Kollision erfolgt sei, nachdem Schlepper an Bord des Flüchtlingsbootes versucht hatten vor dem Kriegsschiff zu fliehen.

Seit einigen Wochen kommen immer häufiger Tunesier auf Flüchtlingsbooten über das Mittelmeer nach Italien. Laut italienischem Innenministerium sind seit Anfang September 1.400 Personen aus Tunesien in Italien registriert worden. „Wir versuchen zu begreifen, was hinter diesem Anstieg des Migrationsstroms aus Tunesien steckt. Bei den Migranten handelt es sich fast ausschließlich um Tunesier“, sagte Flavio Di Giacomo, Sprecher der Internationalen Migrantenorganisation (IOM).

(APA)