Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.10.2017


Unfall

Vorsicht beim Elektroradeln

3700 Österreicher mussten im Vorjahr nach einem Unfall mit einem E-Bike ins Krankenhaus. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit warnt besonders vor Tuning.

Immer mehr Menschen sind mit E-Bikes unterwegs. Das erhöht auch die Unfallzahlen.

© Bergmann/ KaiserwinkelImmer mehr Menschen sind mit E-Bikes unterwegs. Das erhöht auch die Unfallzahlen.



Innsbruck – E-Bikes liegen seit Langem voll im Trend. Und sind überall zu sehen. Auf den Almen genauso wie in den Städten. Doch mit der steigenden Zahl der Räder steigen auch die Unfallzahlen. Im Vorjahr mussten 3700 Personen österreichweit nach einem Unfall mit dem E-Bike im Krankenhaus behandelt werden. Noch schlimmer: Von fünf tödlichen Fahrradunfällen im Vorjahr in Tirol passierten vier Unglücke mit Elektro-Rädern. In einer Aussendung warnte das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) gestern vor den Risiken bei hohen Geschwindigkeiten und wies darauf hin, dass ein Tuning sogar illegal sei.

Laut KfV ist mittlerweile bei mindestens jedem fünften in Österreich verkauften Fahrrad ein Elektromotor verarbeitet. Für einige Fahrer dürfte die Leistung der E-Bikes aber nicht ausreichen, sie tunen ihr Fahrrad mit speziellen Tuning-Kits. Über die genaue Anzahl an getunten Elektrofahrrädern in Österreich gibt es noch keine verlässlichen Angaben, Erfahrungsberichte aus dem Handel lassen jedoch auf eine hohe Dunkelziffer schließen. Um als Fahrrad im Sinne der Straßenverkehrsordnung zu gelten, darf dieses eine maximale Geschwindigkeit von 25 km/h erreichen. „Stärkere oder schnellere E-Bikes sind je nach Höchstgeschwindigkeit Mopeds oder sogar Motorrädern gleichgestellt“, erklärt Armin Kaltenegger, Leiter der Rechtsabteilung im KfV. Anders ausgedrückt: Diese Fahrzeuge würden dann auch einen Versicherungsschutz und Kennzeichen, die Lenker Führerschein und Helm benötigen. „Weder Fahrradwege noch die Fahrräder selber (bzw. einzelne Bauteile wie die Bremsen) sind für diese Geschwindigkeiten gebaut bzw. ausgelegt,“ erklärt Kaltenegger. Das Verletzungsrisiko sei zudem bei E-Bikes höher.

Vor allem ungeübte Radfahrer unterschätzen die Geschwindigkeit sowie die dadurch frei werdenden Kräfte, besonders bei Kurvenfahrten sowie während des Beschleunigens und Abbremsens. Das Kuratorium rät deshalb zu Helmen, Gleichgewichtsübungen und Vorsicht. Außerdem gelte: „Finger weg vom Tuning.“ (TT, mw)