Letztes Update am Sa, 14.10.2017 15:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Niederösterreich

14 Menschen aus brennendem Haus in St. Pölten gerettet

Am frühen Samstagmorgen stand ein Mehrparteienhaus in St. Pölten in Flammen. Eine Bewohnerin wurde ins Spital gebracht.

© APA/FF ST. PÖLTEN20 Wohnungen wurden wegen des Feuers evakuiert.



St. Pölten – Beim Brand eines Mehrparteienhauses am Samstag in St. Pölten sind 14 Personen gerettet worden. 20 Wohnungen wurden evakuiert, berichtete Franz Resperger vom Landeskommando. Nach Angaben der Stadtfeuerwehr wurde eine Bewohnerin ins Spital gebracht. Der Brand war auf einer Müllinsel vor dem Gebäude ausgebrochen, die Flammen griffen auf die Fassade über. Die Bewohner kamen in Ersatzquartieren unter. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Eine Müllinsel in der Herzogenburger Straße war gegen 5.30 Uhr in Flammen aufgegangen, der Brand breitete sich auf die Fassade und den gesamten Dachstuhl des angrenzenden Mehrparteienhauses aus. Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei brachten die Bewohner in Sicherheit. Da entlang der Straße viele Autos geparkt waren und immer wieder Teile vom Dach fielen, brachten die Helfer auch einige Fahrzeuge aus dem Gefahrenbereich.

Sieben Feuerwehren mit mehr als 100 Mitgliedern waren mit den Löscharbeiten beschäftigt, auch eine Teleskopmastbühne und zwei Drehleitern wurden eingesetzt. Der Brand hatte nicht nur auf den Dachstuhl, sondern auch auf die darunterliegende Zwischendecke übergegriffen. Um alle Glutnester abzulöschen, musste das Dach geöffnet werden. Gegen 10.00 Uhr konnte „Brand aus“ gegeben werden, teilte Feuerwehrsprecher Resperger mit.

Der Dachstuhl wurde komplett zerstört.
- APA/FF ST. PÖLTEN-STADT

„Der Dachstuhl wurde völlig zerstört, die Wohnungen sind derzeit unbewohnbar“, sagte Resperger. Die Betroffenen wurden in Ersatzwohnungen untergebracht. Am Vormittag waren ein Statiker, der den Zustand des Gebäudes prüfen sollte, und Brandermittler der Polizei an Ort und Stelle. Der Bezirksbrandermittler nahm seine Arbeit auf. Am Montag sollen Ermittler des Landeskriminalamtes mit Spezialhunden das Gebäude in Augenschein nehmen, teilte NÖ Polizeisprecher Johann Baumschlager mit. Aussagen über die Ursache seien bis zur Klärung „Spekulation“, betonte er.

Die Feuerwehr schloss Brandstiftung als Ursache nicht aus. „Da in dieser Nacht mehrere Mistkübelbrände in St. Pölten alarmiert wurden und dieser Großbrand offenbar durch einen ebensolchen ausgelöst worden war, liegt der Verdacht auf Brandstiftung nahe“, hieß es dazu in einer Aussendung der Stadtfeuerwehr.

Die Helfer waren in der Früh zu einem Mistkübelbrand am Bischofsteich ausgerückt, gleich danach wurden sie zur Herzogenburger Straße alarmiert. Vor einigen Jahren sei am selben Einsatzort bereits ein Müllcontainer angezündet worden. (APA)